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Vincent @ GRENKE CHESS CLASSICS

StillSchweiger - 18.03.19   +

Nach seinem sensationellen Sieg beim GRENKE Chess Open 2018 wird Vincent Keymer sein Recht wahrnehmen und am GM-Turnier teilnehmen. Das Turnier startet am Ostermontag, 22.April.

Schafft er es, Magnus 'ein Ei ins Nest' zu legen?

Ich hab es noch nirgends gefunden, vielleicht weiß es jemand hier: wie viele Punkte müsste er für seine dritte GM-Norm machen?

Hasenrat - 18.03.19    

Das Turnier startet am Sa., 20.04.!
Siehe http://www.grenkechessclassic.de/de/home..
Es ist ja immer die Besonderheit, dass es im ersten Teil parallel zum Open stattfindet.

Hasenrat - 18.03.19    

P.S.: Im Kopf der Homepage steht der falsche Beginn, im Zeitplan wird's klarer.

StillSchweiger - 18.03.19    

Im Turnierkalender von chess24 steht es auch falsch drin, Überschrift korrekt, im Text dann falsch...da hatte ich geschaut.
Danke für die Korrektur.

Vabanque - 19.03.19   +

>>Schafft er es, Magnus 'ein Ei ins Nest' zu legen? <<

Dies ist bei einer Elo-Differenz von immer noch fast 350 Punkten dann doch sehr unwahrscheinlich (wenn auch natürlich nicht völlig außerhalb des Möglichen gelegen).
Sicher, Keymer gewann bereits gegen die 2700er Gelfand und Rapport, aber diese überzogen ihre guten Stellungen, weil sie gegen den 'Kleinen' nicht mit Remis zufrieden waren. Diesen Bonus wird Keymer jetzt nicht mehr geltend machen können; niemand wird ihn mehr unterschätzen.
Überschätzen dürfen wir ihn aber auch nicht; GM wird er vermutlich in Kürze sein, aber ob er es wirklich an die Weltspitze schafft, muss sich in den kommenden Jahren erst zeigen. Bis dahin ist nämlich noch ein weiter Weg; und ob dies überhaupt der richtige Weg für ihn ist, wissen wir ja alle nicht. Das Leben eines Schachprofis ist doch recht ungemütlich.

freak40 - 19.03.19    

Was kann man Vincent raten?

Ich tendiere dazu Schule Ausbildung/Uni/Lehre zu machen.

Jetzt soll er natürlich "Gas geben".
Die Top Ten verdienen natürlich gutes Geld.

Ich bin damals auf verschiedenen Opens leider vielen Menschen begegnet, die alles aufs Schach gesetzt haben...IM, GM....meistens mußte ich sie zum Essen einladen.
Schachprofi in Deutschland? Dann mußt du ganz oben mitspielen.

Vabanque - 19.03.19    

>>Schachprofi in Deutschland? Dann mußt du ganz oben mitspielen<<

Oder, wie Naiditsch, nach Aserbaidschan gehen :-(

Hanswurst01 - 19.03.19    

Als Quereinsteiger beim Schach mußte ich erstmal nachschauen, um wen oder was es hier überhaupt geht.
In allen anderen Sportarten gibt es mehr oder weniger gut funktionierende Strukturen zur Föderung von Sportlern; teils staatlich, teils privat.

Gibt es da beim Schach wirklich nichts?
So ein Talent muß man doch an die Hand nehmen und ihm beides ermöglichen: (Aus)Bildung und Schachsport auf höchstem Niveau.

Vabanque - 19.03.19    

In Mittel-, West-, Nord- und Südeuropa ist die Förderung schachlicher Talente so gut wie Null; in osteuropäischen Ländern sieht es da (auf Grund der Tradition zu Ostblock-Zeiten) teils ganz anders aus.

Hanniball - 19.03.19    

@ Vabanque

...wenn Kramnik "IHN" an die Hand nehmen würde, käme er vermutlich unter die Top 10.

Vabanque - 20.03.19    

Wird er nicht von Leko trainiert? Und Leko war doch der Mann, der gegen Kramnik ein WM-Match unentschieden spielte ... leider behielt damals der amtierende WM den Titel ...

Hasenrat - 18.04.19    

Keymer kommt in der 1. Runde am Sa. gleich gegen Carlsen.

http://www.grenkechessclassic.com/de/hom..

Hasenrat - 18.04.19    

TV-Bericht hier ab Sendeminute 23:43:
https://swrmediathek.de/player.htm?show=..

Hasenrat - 18.04.19    

Bei 2.000 Teilnehmern ist man da jetzt also schon ...

Vabanque - 18.04.19    

Oh danke ... leider sehr sehr kurz, aber so ist halt das Schachbewusstsein in der Öffentlichkeit!

Hasenrat - 19.04.19    

Da es ja gerade erst losgegangen ist, darf man sicher auf noch mehr hoffen.

Hasenrat - 19.04.19    

Komme gerade aus Karlsruhe. Also ist mittlerweile schon wie auf dem Bahnhof da.
Verstehe auch nicht, dass selbst bei solchen Massen immer noch mit Papieraushängen (Paarungslisten usw.) gearbeitet wird. Wenn schon "Bahnhofshalle", dann kann man doch auch große elektronische Anzeigetafeln anbringen.

Hasenrat - 20.04.19    

Ein Hinweis des neu hier seienden SF wrath85:

https://www.google.com/amp/s/www.spiegel..

Hasenrat - 20.04.19    

Na, das war doch ein ganz achtbarer Einstand von unserem Jungstar, nicht?

Tschechov - 21.04.19    

chess24 hakt bei mir, Hasenrat, könntest du etwas deutlicher werden?

Lounge - 21.04.19    

Hat verloren gegen Magnus, aber 82 Züge kontra gegeben.

Tschechov - 21.04.19    

Danke, Lounge!

Hasenrat - 21.04.19    

Hat heute leider wieder verloren - gegen Vishy Anand. Na ja, kein Drama.
Hab es streckenweise wieder live vor Ort verfolgt. Schon ein Erlebnis. Wer weiß, vielleicht kann ich später mal sagen, ja, ich war dabei, als Keymer die exklusive Bühne der ganz Großen erstmals betrat ...^^

Hasenrat - 21.04.19    

Während Carlsen mit zwei Schwarzsiegen zum Auftakt ja praktisch schon durch zu sein scheint, nicht?

Vabanque - 21.04.19    

Bei insgesamt 9 Runden? ;-)

Hasenrat - 22.04.19    

So weissagen die Experten, ja ...

Hasenrat - 22.04.19    

Gegen Caruana hat Keymer heute Abend auch verloren, obwohl er wohl über weite Strecken besser stand. Schade.

Hasenrat - 22.04.19    

Das Open ist auch noch offen - also vom Ausgang her ;-D
- da Blübaum noch spielt, wenn ich es richtig sehe ... - nein, er hat soeben gewonnen.
Das sind viele Punktgleiche ... mal sehen

https://www.grenkechessopen.de/de/a-open

Vabanque - 22.04.19    

>>Hasenrat - vor 9 Min.

Gegen Caruana hat Keymer heute Abend auch verloren, obwohl er wohl über weite Strecken besser stand. Schade.<<

Verwunderlich ist das nicht. Wie oft sind wir schon gegen einen stärkeren Gegner besser oder sogar auf Gewinn gestanden, haben aber letztlich verloren? Eine bessere Stellung in einen Gewinn auch umzusetzen ist viel schwieriger als sie zu erlangen. Da triumphiert dann letztlich die größere Routine, die bessere Technik, die besseren Nerven etc. des erfahreneren Spielers.

Hasenrat - 22.04.19    

Innerhalb von zwei Zügen (Zug 34-36) von plus 1,5 auf -1,5, das muss wohl ein Einbruch gewesen sein (hab es leider nicht verfolgt):
https://chess24.com/de/watch/live-tourna..

Vabanque - 22.04.19  

Ich bin sehr im Zweifel, ob es eine gute Idee war, Vincent Keymer in diesem Feld antreten zu lassen. Wenn er mit 0 aus 9 abschließt, könnte dies die Frustration seines Lebens werden und er rührt danach kein Schachbrett mehr an. Naja, vielleicht schafft er gegen Georg Meier einen halben Punkt ...

ketchuplover - 23.04.19    

I thought Vincent qualified based on last year's result.

Hasenrat - 23.04.19    

Gewonnen hat das Open, nach Bucholzwertung, Daniel Fridman, ein weiterer dt. Nationalspieler.
(... "um meiner Chronistenpflicht abschließend Genüge zu tun" ...;-))

Hasenrat - 23.04.19    

@Vabanque
Ich glaube nicht, dass das Problem das totale erste Scheitern an sich sein könnte, sondern Hype u. Erwartungsdruck und dann die harte Wirklichkeit in Konfrontation dazu.
Außerdem ist Keymer nicht mehr ganz, ganz jung, u. wird er wird ja begleitet.

Vabanque - 23.04.19    

>>Gewonnen hat das Open, nach Bucholzwertung, Daniel Fridman, ein weiterer dt. Nationalspieler. <<

... der leider in letzter Zeit etwas in den Hintergrund getreten ist.

Vabanque - 23.04.19    

>>Hasenrat - vor 47 Min.

@Vabanque
Ich glaube nicht, dass das Problem das totale erste Scheitern an sich sein könnte, sondern Hype u. Erwartungsdruck und dann die harte Wirklichkeit in Konfrontation dazu.<<

Wie immer, sehr präzise von dir beschrieben!

Die Vorschusslorbeeren z.B. in dem von SF StillSchweiger verlinkten Artikel sind zu groß ...

Hasenrat - 24.04.19    

Keymer hat Meier besiegt!

Hasenrat - 24.04.19    

Keymer im Interview zum Spiel:
https://youtu.be/-J0q7KIbxbo

Ein wirklich sympathischer Junge!

Hasenrat - 26.04.19    

Keymer remisierte heute gegen Aronian. Na also! :-) Bravo!

Hasenrat - 29.04.19    

Magnus Carlsen siegte insgesamt deutlich u. überragend in weltmeisterlicher Manier u. soll seine beste Turnierleistung gezeigt haben!

Keymer schlug sich doch achtbar mit einem Sieg u. zwei Remisen - heute unterlag er wieder gegen das Moderne Benoni übrigens - aber nicht etwa wegen schlechter Eröffnungsbehandlung.

http://www.grenkechessclassic.com/de/hom..

Lounge - 29.04.19    

7,5 aus 9 bei dem Feld!!

Hasenrat - 30.04.19    

Und noch eine Nachlese, diesmal Radiobeitrag:

https://audiothek.ardmediathek.de/items/..

Eigentlich ganz informativ u. fundiert für die interessierte Öffentlichkeit.

StillSchweiger - 30.04.19    

Ich hab auch noch was

https://www.welt.de/sport/article1927088..

Vabanque - 01.05.19    

Der eine Beitrag spricht vom 'Jahrhundert-Talent', der andere sieht ihn schon als den ersten deutschen Weltmeister seit 100 Jahren ... ein neuer Lasker also quasi ;-)

Es ist bloß zu hoffen, dass sich Keymer von solchen überzogenen Erwartungen nicht unter Druck setzen lässt.

Aber wie es im ersteren Beitrag ja richtig heißt: Während kein Zweifel besteht, dass er den GM-Titel in naher Zukunft erlangen wird, muss es sich erst noch zeigen, ob er irgendwann zur Weltspitze aufschließen kann. Dazu hat er aber auch noch ein wenig Zeit, und ob es für ihn wirklich erstrebenswert ist, für Schach alles andere liegen und stehen zu lassen, muss er selber entscheiden.

Wenn man mal ehrlich ist, wie wahrscheinlich ist es, dass Keymer (sagen wir in 10 Jahren) Weltmeister wird? Karjakin z.B. war ein größeres Wunderkind als Keymer, und ist auch knapp gescheitert. Selbst wenn Keymer es schaffen würde, zur Weltspitze aufzuschließen, ist die Chance, Weltmeister zu werden, immer noch gering. Da oben weht ein rauer Wind, und es geschieht selten, dass einer eine zweite Chance auf einen WM-Kampf erhält, wie man am Beispiel von Leko, Topalov, Gelfand sieht.

Dazu kommt noch deutlich erschwerend, dass die Schachförderung in Deutschland gleich null ist und dass großen Talenten eher noch Steine in den Weg gelegt werden, wie man am Beispiel Naiditsch gesehen hat, der nach dem Dauerstreit mit dem damaligen Schach-Bundestrainer Uwe Bönsch die Konsequenzen zog und schon seit Jahren für Aserbaidschan spielt. So lange Neid und Eifersucht hierzulande an Stelle von Förderung treten, wird es nie ein deutscher Spieler zur Weltspitze schaffen. Man kann freilich nur spekulieren, wie weit es Keymer bringen würde oder schon gebracht hätte, wenn er z.B. Russe wäre ...

Jellycube - 01.05.19    

In Amerika werden grosse Spieler noch grösser gemacht; in der BRD werden sie im Stich gelassen oder weggemobbt....

Hasenrat - 01.05.19    

Na ja, momentan wird Keymer medial ja sehr groß u. größer gemacht, wie von Vabanque gesagt: er ist quasi schon der nächste dt. WM ...

Es ist m. E. so wie im Radiobeitrag beschrieben. Das Potenzial ist hier da, es fehlt noch das Zugpferd, das Idol - der alles auslösende "Becker"- vielleicht also mal Keymer-Boom.
Bis dahin braucht es Glück ...

Vabanque - 01.05.19    

Ein Glück hat Keymer zumindest schon mal, das Naiditsch nicht beschieden war: Bönsch ist nicht mehr Bundestrainer. Den jetzigen (Rogoczenko) kenne ich allerdings nicht, so dass ich nicht sagen kann, wie er mit herausragenden Talenten umgeht. Ich fürchte allerdings, Keymer wird für eine große Schachkarriere auf jeden Fall ins Ausland gehen müssen. Doch das ist ja noch Zukunftsmusik. Ich würde mir wünschen, dass er zuerst mal einen Schulabschluss macht. So vernünftig wie er wirkt, wird er dies aber bestimmt auch tun.

Hasenrat - 01.05.19    

Andererseits heißt es doch, er muss spätestens jetzt Schach zum Fulltimejob machen, wenn er da noch "etwas mehr" werden will, es den indischen, usbekischen, russischen Talenten seines Alters gleichtun ...

Vabanque - 01.05.19    

Und wenn es dann doch nichts wird mit dem Profischach, dann steht er da - ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung, ohne Berufschancen. Das ist zu riskant.

Hasenrat - 01.05.19    

Dann kommt die Genossenschaft des Schachspielerhilfswerks auf solidarischer Gegenseitigkeitsbasis ..., in selbstverwalteten Rochadewohngruppen ...

Ach, ich bin zynisch ... :-/
Es ist ein Vabanque-Spiel so ein Lebensentwurf.