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Weltschachtag

Hasenrat - 20.07.21    
Gratulation und ein Gläschen auf die Stifterin, die FIDE, die nicht alles ist, aber ohne sie eben auch alles nichts! 😁🥂🍾
Und einen großen Schluck dazu auf alle Schachserver, besonders diesen hier❕
Wünsche allen einen schönen spielerischen Feiertag❕
Tschechov - 20.07.21    
Nun ja, ich kann auch ohne FIDE Schach spielen. Aber so ein Weltschachtag ist doch irgendwie ganz nett.
Vabanque - 20.07.21    
An der nicht schachspielenden Bevölkerung wird dieser Tag aber wohl ebenso völlig vorbei gehen, wie für mich der Weltbriefmarkensammeltag oder der Weltangeltag.
Hasenrat - 20.07.21    
@Tschechov
Ohne FIDE Schach spielen? 🤔
Manche Leute glauben auch, sie könnten ohne Sonne leben.
Wie die Sonne im Mittelpunkt Grundlage des Lebens ist und das ganze System zusammenhält, so ist die FIDE auch Grundlage und Zusammenhang unserer heutigen Schachgalaxie! 😎
(Sollte ein kaukasischer Verbandsfürst dies lesen, bekäme ich vielleicht ein Angebot zum "Hofpoeten" ...😜)
Auch du, Tschechov, spielst dein Schach vor dich hin, so wie es die FIDE schuf, wie sie es trägt und wie sie ihm Struktur gibt, bis hinein in diesen Server, der ihr Regelwerk zu seiner Grundlage gemacht hat.
Vabanque - 20.07.21    
Was haben dann die Leute vor 1924 gespielt? Steinitz, Tarrasch, Lasker, Rubinstein, Capablanca, war das etwa kein Schach gewesen, was die (völlig unbelastet durch eine FIDE) gespielt haben?
toby84 - 20.07.21    
was der hasenrat da schreibt, ist sehr überzeugend 🙂 ohne die fide wäre schach ein anderes spiel. und wer weiß, wie anders seine sonstige entwicklung verlaufen wäre.
toby84 - 20.07.21    
und trotzdem wurde schach durch die FIDE maßgeblich geformt. gäbe es die FIDE oder eine vergleichbare gruppe nicht, würden wahrscheinlich lokale gruppen nach ihren eigenen schachvarianten spielen.
Hasenrat - 20.07.21    
@Vabanque
Jenes Schach war noch ungeformt und unveredelt ... 😜
Hasenrat - 20.07.21    
... organisatorisch fragmentarischer Wildwuchs. Deshalb war das Bedürfnis nach weltweiten Standard ja so groß.
Vabanque - 20.07.21    
>>toby84 - vor 4 Min.
und trotzdem wurde schach durch die FIDE maßgeblich geformt. gäbe es die FIDE oder eine vergleichbare gruppe nicht, würden wahrscheinlich lokale gruppen nach ihren eigenen schachvarianten spielen.<<

Warum ist dies dann vor 1924 nicht geschehen?
Vabanque - 20.07.21    
>>Hasenrat - vor 4 Min.
@Vabanque
Jenes Schach war noch ungeformt und unveredelt ... 😜<<

Wenn ich so 'ungeformt und unveredelt' wie Lasker, Capablanca oder Rubinstein spielen könnte, wäre ich mehr als zufrieden😀
toby84 - 20.07.21    
"Warum ist dies dann vor 1924 nicht geschehen?"

ist es das nicht?

was ist mit dem zwei-bauern-gleichzeitig-vorziehen im ersten zug? das haben in meiner kindheit noch manche getan und für eine echte regel gehalten, und das trotz FIDE. es würde mich sehr wundern, wenn es 1924 sowas nicht gegeben hat.
Hasenrat - 20.07.21    
Den Turmspringer nicht zu vergessen!
Oder die Gardez!-Ansagepflicht! 😆
toby84 - 20.07.21    
stimmt, die gardez-ansagepflicht kenne ich auch noch 😄
aber was ist der turmspringer?
Hasenrat - 20.07.21    
Die Bauernumwandlung in eine Figurenkombination Turm+Springer (lässt sich rein technisch ja auch bewerkstelligen), die auch entsprechend den kombinierten Gangarten ziehen kann. Wurde mir auch schon als offizielle Regel verkauft...
Vabanque - 20.07.21    
Hat den irgendeine dieser offenbar falsch verstandenen Regeln etwas mit der FIDE zu tun? Es gab die falschen Regeln vorher, und es gab sie hinterher, und es gibt sie jetzt. Also hat die FIDE da wohl nicht viel ausgerichtet😉

Andererseits haben die Schachgrößen vor 1924 komischerweise alle nach den korrekten Regeln gespielt. Nur die 3malige Stellungswiederholung gab es damals wohl in dieser Form noch nicht (vermutlich auch die 50 Züge-Regel nicht), denn bei sehr alten Partien sieht man öfter mal eine mehr als 3malige Stellungswiederholung ohne Remis.
Tschechov - 20.07.21    
Mensch, Toby, da sagst du was! Das zwei Bauern gleichzeitig ziehen habe ich auch mal erlebt. Ich erinnere mich auch noch, daß ich als Kind dachte, man könne nur in eine bereits geschlagene Figur umwandeln.
toby84 - 20.07.21    
stimmt, auch daran erinnere ich mich 🙂
Hasenrat - 20.07.21    
@Vabanque
Ja gut, aber erst seit es die FIDE gibt, kann man sich auf die höchste, die verbindliche Letztinstanz berufen, in allen Regelfragen. Natürlich sind die groben Regeln, die direkt u. grundlegend mit dem Spiel zu tun haben, schon länger allgemein anerkannt - das ganze Drumherum aber weniger.

Und ohne FIDE keine Elo, ohne FIDE keine wirklich standardisiert u. allg. anerkannt ausgetragenen Weltmeisterschaften, ohne FIDE keine entsprechend regulären internationalen Turniere, nach vergleichbaren Standards, ohne FIDE keine umfassende, gleichmäßige weltweite Förderung des Breitensports ..., keine weltweite Schachspieler*innenvertretung
..., nicht wahr?! Kurzum: ohne FIDE wäre unser Leben grau, eintönig und leer ... , wir wunderten uns, warum wir immer traurig sind, selbst wenn wir siegten, und mit Entsagungsseufzern würden wir die Figuren endgültig zurück in den schlaffen zerschlissenen Aufbewahrungsbeutel packen ... 😉
Hasenrat - 20.07.21    
Und ohne FIDE kein Weltschachtag! Das schlagendste Argument! Definitiv!
toby84 - 20.07.21    
ein genuss, deine texte zu lesen 😁
toby84 - 20.07.21    
im übrigen frage ich mich gerade, ob der turmspringer auch 9 punkte wert ist...
gefühlt würde ich ihn schwächer einschätzen als den standard-turmläufer.
toby84 - 20.07.21    
und wenn wir schon dabei sind: was ist mit dem springläufer? wieso ist der nicht erlaubt?
Feyerabend - 20.07.21    
Ohne das ich davon Ahnung habe würde ich den Turmspringer als gleichwertig mit einem Turmläufer einschätzen weil ja Springer und Läufer auch etwa gleichwertig sind (natürlich abhängig von der Stellung).
Turmläufer ist dann gleichwertig mit der Dame.

Springläufer ist schwierig einzuschätzen. Subjektiv würde ich ihn etwas besser als Turm aber schlechter als ein Läufer plus ein Springer einschätzen.


Nicht wirklich ernst:
Lustig wäre noch ein BauernKönig (gibt es nicht wirklich, gerade ausgedacht). Das wäre ein zweiter König, der auch geschlagen werden müsste und wie ein Bauer geht, sich dabei aber wieder in eigene Grundlinie bewegen muss.
Feyerabend - 20.07.21    
Typo. Ich wollte schreiben

....sich dabei aber wieder in Richtung eigene Grundlinie bewegen muss.
toby84 - 20.07.21    
"Springläufer ist schwierig einzuschätzen. Subjektiv würde ich ihn etwas besser als Turm aber schlechter als ein Läufer plus ein Springer einschätzen."

das würde aber nicht zum turmläufer passen, der mit 9 punkten stärker ist als turm und läufer zusammen. eigentlich wirklich bemerkenswert, dass der so hoch gewertet wird. ist das eine anomalie dieser speziellen kombination?
Vabanque - 20.07.21    
Jetzt sind wir ganz bei den Schachvarianten gelandet.

Schachvarianten gibt und gab es immer, und es gibt und gab sie mit und ohne FIDE.

Streng genommen ist ja auch die Erlaubnis, in der Eröffnung statt mit einem Bauern zwei Schritte vorzurücken, mit zwei Bauern je einen, eine Schachvariante😉

In einer privaten Partie können sich die Kontrahenten vorher auf jedes beliebige Regelwerk einigen. (So wie bei Mühle und Dame, wo dies ja sogar ein Muss ist, dass man sich vor der Partie auf die Regeln einigt, nach denen man spielt.)
Wenn beide Spieler einverstanden sind, kann man sich durchaus auf die 'Zweibauerneröffnung' einigen, oder auch darauf, dass Bauern auf der 8. Reihe nur in bereits geschlagene Figuren umgewandelt werden dürfen. Ebenso kann man sich darauf einigen, dass nach der Umwandlung in eine der genannten 'Fantasiefiguren' umgewandelt werden darf.

All diese Vereinbarungen werden für die anschließende Partie allerdings wohl kaum ernstliche Konsequenzen haben.
Feyerabend - 20.07.21    
Stimmt, da gebe ich topy84 recht.
Eine Figur mit Doppelfunktion (TurmLäufer) wird demnach höher eingeschätzt als beide Steine einzeln, Turm plus Läufer.

Gilt das allgemein, dass wenn zwei Spieler die gleiche Punktanzahl haben, die Person besser steht die weniger Spielsteine hat?
Vabanque - 20.07.21    
Der Springläufer (oder 'Läufer-Springer'?) ist übrigens der Janus:

https://de.wikipedia.org/wiki/Janusschach
Vabanque - 20.07.21    
Und der Turmspringer der 'Kanzler':

https://de.wikipedia.org/wiki/Schachvariante#/media/Datei:Capa..

Gibt es alles, ganz offiziell!
toby84 - 20.07.21    
"Der Springläufer (oder 'Läufer-Springer'?) ist übrigens der Janus:"

springerläufer oder läuferspringer klingen blöd. wenn dann laufspringer. und da gefällt mir der springläufer auch besser. janus ist auch ok. allerdings stelle ich mir eher einen pferdekopf mit bischofsmütze vor. da passt der name nicht so ganz.

was die punktzahl angeht: das hängt in vielen fällen vermutlich stark von der stellung ab. gerade was bauern angeht, ist das ganz entschieden der fall. an fünf bauern in diagonale oder allesamt schon über reihe vier hinaus dürften einen turm vor unlösbare probleme stellen. alle auf reihe zwei dürften deutlich schwächer sein.

vielleicht sollten wir für diese überlegungen bauern nicht berücksichtigen.
Feyerabend - 20.07.21    
Das die Spielbewertung von der Stellung abhängt, ist klar.
Auch, dass vorgerückte Bauern tendenziell besser sein können als die auf der Grundlinie.

Mir geht es, abseits von der konkreten Stellung, eher um grobe Daumenpeilregeln.

Wie sind, z.B. zwei Türme im Vergleich zu Springer, zwei Läufern und einem Bauern, alle in Grundposition zu bewerten?

Subjektiv würde ich mehr Figuren bevorzugen auch bei gleicher Punktezahl.
Der Turmläufer = Dame widerlegt das aber.
Tschechov - 20.07.21    
Manchmal können Regeländerungen ganz verblüffende Folgen haben. Da wird einem dann wieder klar, daß scheinbar ganz arbiträre Regeln das ganze Spiel bestimmen. Im Schach bspw. ist das etwa die Regel, daß Bauern nicht zurückziehen dürfen. Diese Regel sorgt für das entropische Prinzip im Schach, jeder derartige Zug ist endgültig und schafft endgültige Tatsachen (sonst wäre ja eine Partie denkbar, bei der sich nach zwanzig Zügen alle Figuren wieder in der Ausgangsposition befinden würden). Ähnliches gilt für den Fußball: Ohne die scheinbar nebensächliche Abseitsregel wäre aggressiver Angriffsfußball unter Einbeziehung der Verteidiger gar nicht möglich, denn die müßten ja immer hinten bleiben. Im Canasta haben mein Bruder und ich mal eine wirklich mörderische Variante gefunden, indem wir einfach die Regel aufhoben, daß nicht ein Sperrjoker direkt auf den vorherigen gelegt werden darf. War eine Gaudi!
Alapin2 - 20.07.21    
Tschechov : tja, warum dürfen die Bauern nicht zurückziehen?
Wir dürfen nicht vergessen, daß Schach ein Kriegsspiel war(und ist)
"Fliehende" Soldaten wurden schon immer von den hinter ihnen stehenden "Offizieren"
wegen Feigheit vor dem Feind abgemurkst.
Da gab es z. B. mal einen Film mit Kirk Douglas, der im 1.Weltkrieg spielt....
Usw., usw.
Das hat wirklich nichts mit der Fide zu tun.
toby84 - 20.07.21    
ich kann mir schon vorstellen, dass die nicht rückwärts ziehenden bauern dem spielgeschehen geschuldet sind und nicht nur der kriegsspiel-thematik. rückwärts ziehende bauern bieten immenses spielverzögerungspotential. wer weiß schon, wie die regeln vor hunderten von jahren waren?

umgekehrt ist das geradeaus-schlagverbot der bauern der garant dafür, dass blockadekonstellationen der bauern überhaupt möglich sind. durch die diagonal-schlagoption ist die blockade allerdings dann doch wieder nicht so massiv, dass sie nicht durchbrochen oder umgangen werden könnte.

die grundlegenden schachregeln harmonieren durchaus.
Alapin2 - 20.07.21    
Der genannte Film :"Wege zum Ruhm", Regie Stanley Kubrick. Beklemmend aber absolut sehenswert!