Schachaufgaben

Reale Partien Aufgabe 1

gammapappa - 28.02.19   +

Da ich eher ein Freund von Schachaufgaben aus echten Partien bin, hier mal wieder ein paar entsprechende Knobeleien.

Ormosch- Betatski 1951
Schwarz am Zug
Es sieht nicht gut aus für Schwarz. Außer dem Materialnachteil droht auch noch Matt. Schwarz am Zug schafft es aber, die Partie zu retten, er hält Remis.

freak40 - 28.02.19    

Der schwarze König steht patt.....da ist was drin:-))))))))))))
Die Anwort (Lösung) möchte ich nicht posten.
Erfreut euch an der Aufgabe.

Vabanque - 01.03.19    

Jetzt hast du aber die Lösungsidee verraten ... es reicht also für Schwarz, alle Figuren loszuwerden, da seine Bauern ebenfalls 'patt' stehen.

So wie ich es sehe, kommt es aber noch auf die Reihenfolge an, in der Schwarz seine Figuren opfert, da andernfalls Weiß dem Patt vorteilhaft entgehen kann, stimmts?

Vabanque - 02.03.19    

Und jetzt schreibt niemand die Lösung auf? Soll ich's tun?

OpaJuergen - 02.03.19   +

Ich versuchs mal:

- Tb1+
Kh2 - Th1+
Kxh1 - Sg3+
fxS - Dxg2

Lounge - 02.03.19    

Und nach Sg3 + und nicht fxS, sondern K g1?

Lounge - 02.03.19    

Wohl S x D f5 und Schwarz gewinnt. Nicht schlecht für nen Opa!!

Vabanque - 02.03.19    

Das ist ja auch der Grund, warum zuerst der Turm auf der Grundreihe geopfert werden muss und nicht etwa die Dame!
Denn falls Schwarz zuerst die Dame opfert, kann Weiß auf Sg3+ mit dem König ausweichen, es gibt kein Patt, und Schwarz verbleibt mit zu wenig Material.
Gibt Schwarz aber zuerst den Turm, und Weiß weicht nach späterem Sg3+ mit dem König aus, gewinnt Schwarz die Dame.

(Übrigens hatte ich den schnelleren Weg mit Dxg2+ nicht gesehen, ich hätte dann mit der Dame auf der Grundreihe Schach geboten, und sie dann genau wie vorher den Turm auf h1 geopfert, weil nach geschehenem fxg3 der König ja nicht mehr nach g3 ausweichen kann. So sieht man oft das Kompliziertere und übersieht das Einfache.)

Lounge - 02.03.19    

Aber letztlich keine schwere Aufgabe...

Vabanque - 02.03.19    

In der Tat, und deswegen wundert es mich ja so, dass nicht sofort jemand die Lösung aufgeschrieben hat.

gammapappa - 05.03.19   +

Ja, die war nicht so schwer.
Hier die Aufgabe 2, auch noch relativ leicht, aber diesmal mit prominenten ehemaligen Spielern:
Bronstein - Kortschnoi 1962 (Städtekampf Moskau gegen das damalige Leningrad)
Weiß zieht und gewinnt.

Vabanque - 05.03.19    

Da halte ich mich raus, da ich die Partie kenne :-)

freak40 - 05.03.19    

Schöner Knallerzug :-)
Echt Bronstein!

Vabanque - 05.03.19    

Man muss zwar kein Bronstein sein, um diesen Zug zu finden ... vielleicht aber, um so eine Stellung überhaupt zu erreichen.

Jupp53 - 05.03.19  

Viermal geben wir noch Schach, heissa dann ist Weihnachtstag.

Vabanque - 05.03.19    

Aber nur in einer der Varianten, die anderen sind kürzer.

Vabanque - 06.03.19    

Traut sich jetzt niemand, die Lösung zu posten?

gammapappa - 08.03.19    

Na gut, dann muß ich es tun:
1. Txh6

1...........gxh6 1................Kxh6
2. Dg8 Kf6 2. Dh8 Kg6 2. ............Kg5
3. Df8 3. Dh5 Kf6 3. Dh5 Kf4
4. g5 4. Df5

gammapappa - 08.03.19    

Ist etwas durcheinander geraten
1. Th6

1. ........... gxh6
2. Dg8 Kf6
3. Df8

oder:
1..............Kxh6
2. Dh8 Kg6 (bei Kg5 folgt Dh5 und nach Kf4 geschieht Df5)
3. Dh5 Kf6
4. g5

Vabanque - 08.03.19    

Jetzt fehlen bloß noch die Varianten, wenn Schwarz den geopferten Turm gar nicht nimmt. Die haben mir komischerweise beim Durchspielen im Kopf die meisten Schwierigkeiten gemacht.

abacus2 - 09.03.19    

Das ist richtig, hier noch die die fehlenden Varianten.
1. Txh6 Kf7
2. Dc7 Ke8 oder f8 dann folgt Matt durch den Turm
bei 2............Kg8 folgt Schach durch die Dame auf der 8. Reihe und nach Zwischenstellen der schwarzen Dame zieht Weiß Th8 und gewinnt die Dame gegen den Turm.

freak40 - 11.03.19    

Ich habe keine Ahnung (damit stehe ich nicht allein) wie Bronstein es verstanden hat, seinen Partien "magic" einzuverleben.
Oft laufen seine Partien so:
Anrüchige Eröffnungen, komplizierte Stellung....tja und dann....wir sterblichen finden es nicht; er aber in der POSTCUMPTERZEIT den Zug, den keiner auf dem Radar hatte.
Heute mit Rechner ist das alles leicht....er hats am Brett mit Gehirn gefunden.
Es gab eine Zeit, wo er wohl der beste Spieler auf diesem leidgeplagtem Planeten war....eine kurze Zeit.
Gegen Botwinnik war er eigentlich auf dem Höhepunkt....er hat im Wettkampf einige Partien wirklich weggeschmissen.
Danach war das Feuer vielleicht (ein wenig) verbrannt.
Bei Bronstein ist klar sein Schaffen vor und nach seinem Wttkampf mit Botwinnik zu unterscheiden.
Die letzte Partie dieses Wettkampfes wird oft in Botwinnik-Büchern erwähnt....Bronstein hätte locker Remis halten können (natürlich nicht in der Schlustellung)....warum er es nicht gemacht hat, bei seinem kombinatorischen Können.....ein Rätsel bis Heute.

Tschechov - 31.08.19    

@freak40: Ich habe irgendwo mal die Vermutung gelesen, daß Bronstein unter Druck gesetzt wurde, gegen Botwinnik "absichtlich" zu verlieren. Kann jetzt aber nicht mehr sagen, wo ich das gelesen habe (bei Wikipedia? ich schaue gleich mal nach).