Kommentierte Spiele

Die linke Hand Gottes: Nimzowitsch

Oli1970 - 01.01.21   +
Das Ende dieser Kurzpartie zwischen Aron Nimzowitsch und Simon Alapin wurde im Bogart-Film "Die linke Hand Gottes" von 1955 als Motiv aufgenommen. Nimzowitsch opferte zunächst einen Bauern, gibt einen Springer und dann noch Läufer und Dame, um Alapin matt zu setzen.
Wem eine ganze Partie zum Jahresanfang zu anstrengend erscheint, kann zum Aufwärmen mit https://www.chess.com/forum/view/general/101-checkmates-in-fil.. starten. :-)

Die Kurzpartie ist ein nettes Schmankerl, aber auch ein kleines Mysterium. Vermutlich wurde sie nach einem Turnier gespielt. Sie wurde verschiedentlich gelistet und kommentiert, u. a. auch in verschiedenen Auflagen von Nimzowitschs "Mein System". Es sind verschiedene Austragungsorte genannt - Karlsbad, Vilnius, Riga, St. Petersburg. Das Jahr der Partie war 1911, 1912, 1913 oder auch 1914. Die Eröffnung zumeist Französisch, manchmal auch Sizilianisch. Auch die Auflagen und Übersetzungen von "Mein System" ist hier nicht einheitlich. Edward Winter hat einen Artikel dazu verfasst, in welchem die Partie verschiedentlich kommentiert wird. Der Link dazu: https://www.chesshistory.com/winter/extra/nimzowitschalapin.html

Auch wenn die Umstände des Spiels im Ungewissen liegen, ist es erstaunlich, dass ein Spieler Alapins Stärke dermaßen untergehen kann, trotzdem er seinen Zenit schon überschritten hatte. Nimzowitsch zeigt einen beispiellosen Opferangriff bei einem harmonischen Zusammenspiel aller Figuren. Die Partie ist nicht nur unterhaltsam sondern ebenso eine Demonstration der Stärke des Läuferpaares.


[Event "St Petersburg+"]
[Site "St Petersburg RUS"]
[Date "1914.??.??"]
[Round "?"]
[White "Nimzowitsch, Aron"]
[Black "Alapin, Simon"]
[Result "1-0"]
[ECO "C11"]
[Annotator "Oli1970"]
[Comment "Opferangriff: Nimzowitsch - Alapin"]
[Link "unveröffentlicht"]

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Nf6 4.exd5 Nxd5 5.Nf3 c5 6.Nxd5 Qxd5 7.Be3 cxd4 $6 8.Nxd4
{Stärker war das Nehmen mit der Dame, da Weiß dann über deutlichen Entwicklungsvorsprung verfügt. Schwarz hat jetzt immerhin noch die Dame auf dem Feld, nach Abtausch nicht einmal diese.}
( 8.Qxd4 Qxd4 9.Nxd4 )
8...a6 9.Be2
{Zugunsten von Entwicklung gibt Nimzowitsch den Bauern auf g2. Damit ist klar, dass er lang rochieren wird und möglicherweise stellt er damit bewusst eine Falle für Alapin.}
9...Qxg2
{Das Schlagen des Bauern ist nicht falsch!}
10.Bf3 Qg6 $2
{Der Fehler liegt in diesem Damenzug. Korrekt wäre stattdessen ...Dh3 gewesen.}
( 10...Qh3 {Weiß muss sich mit dem Vorstoß e6-e5 auseinander setzen.} 11.Rg1 e5 {Sb3 erhält den Springer, sehr gut spielbar ist aber auch } 12.Bd5 exd4 13.Qxd4 {Für den Springer erhält Weiß starken Angriff gegen b7, nach langer Rochade aber auch gegen den König selbst. Die einzige richtige Antwort des Schwarzen ist 13...Sc6.} )
11.Qd2 e5 12.O-O-O exd4 $2
{Ein Springer für einen Bauern, wer hätte da widerstanden? Allerdings ist Weiß voll entwickelt, wogegen Schwarz nur seine Dame auf dem Brett hat. Die Läufer haben zwar offene Diagonalen, jedoch keine Ziele; der schwarzfeldrige blockiert darüber hinaus die Rochade. Nachdem das Zentrum offen ist, fehlt nur noch The1. Es ist bereits absehbar, dass der schwarze König nicht mehr viel Zeit mehr finden wird, das Zentrum zu verlassen. }
13.Bxd4 Nc6
{Mit Le7 wäre zumindest noch die Möglichkeit zur Rochade gegeben gewesen.}
14.Bf6 $3
{Ob gewusst oder ad hoc gerechnet - ein verblüffender Zaubertrick, denn wenn jetzt die Dame nimmt, sind die Felder e7 und d8 noch einmal mehr überdeckt?!}
( {Nicht so stark, aber interessant war die Opfermöglichkeit } 14.Bxg7 Bxg7
( 14...Qxg7 15.Bxc6+ {nebst matt.} )
15.Bxc6+ {mit der Drohung Dd8#; es bleibt 15...Ld7 16. Dxd7 Kf8 17. Dxb7, da 15...Ke7 ebenfalls direkt verliert.} )
14...Qxf6
( 14...gxf6 15.Bxc6+ {nebst matt durch die Dame.} )
( {Der einzige Zug, der laut Stockfish eine Mattstellung vermeidet, ist} 14...Qh6 15.Qxh6 {Schwarz darf nicht zurück nehmen wegen} 15...gxh6 16.Bxc6+ {nebst matt.} )
15.Rhe1+
( {Schneller war wieder der Läufer: } 15.Bxc6+ Ke7 16.Rhe1+ Qe5 17.Qd6# $18 )
15...Be7 16.Bxc6+
{Es droht Dd8#.}
16...Kf8
{Zwei Züge mehr hätte Ld7 gebraucht.}
( 16...Bd7 17.Qxd7+ Kf8 18.Qd8+ Rxd8 19.Rxd8+ Bxd8 20.Re8# )
17.Qd8+ Bxd8 18.Re8# 1-0


Guten Start ins neue Jahr!
Kellerdrache - 01.01.21    
Kurz und knackig. Genau das richtige an einem verkaterten Morgen. Wieder einmal ein perfektes Lehrbeispiel für die Bedeutung der Entwicklung in der Eröffnung.
Ein Schachtrainer sagte mir einmal man solle nur die Figuren und Bauern zählen die am Spiel teilnehmen. So betrachtet hat Alapin trotz der geopferten Figur deutlichen materiellen Nachteil.
Alapin2 - 01.01.21    
Bombastisch! Kannte ich noch nicht!
Saison - 01.01.21    
Danke für die tolle Kommentierung.
In der Fischer Biografie, die ich gerade lese, wird eine Partie genannt, Saidy gegen Fischer bei der US Meisterschaft, gespielt am 2.1.64. Fischer musste gewinnen, wenn er 11 aus 11 holen wollte.Er hatte 10 gewonnen.
Das Endspiel jeweils 6 Bauern, Saidy Läufer und Fischer mit schwarz Springer.
Wie Fischer das Endspiel behandelt, grandios, soweit ich das überhaupt nachvollziehen kann. Er gewinnt.
Kommentieren kann ich nicht, vielleicht einer der Meister hier?
Anderen Arbeit zu machen, ist leicht.
Saison - 01.01.21    
Zu der Partie, die eingestellt ist, vergiss auf die Rochade nicht.
Tschechov - 01.01.21    
Sauber!
crimsonfripp - 02.01.21    
Zu Saidy-Fischer zumindest schon mal ein kleiner Hinweis:
https://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1044586

Die erwähnte Stellung ist nach dem 23. Zug erreicht.
In der Tat faszinierend, das muss ich mir mal genauer ansehen.
Ich weiß nur, daß mir im Vereinsschach an der Stelle Remis angeboten worden wäre, egal welche Farbe ich gerade hätte.
"Ist nix mehr los", wäre bestimmt die Begründung :-)
Saison - 02.01.21    
Es scheint, dass der Springer hier stärker als der Läufer ist, zumal der Bauer auf d 4 den eigenen Läufer behindert.
Tschechov - 02.01.21    
@Saison: Ja, ein sehr schönes Beispiel dafür, daß ein Läufer nicht zwingend stärker ist als ein Springer, schon gar nicht im Endspiel.
Saison - 02.01.21    
Aber es bedarf eines Fischer, das durchzusetzen.
Er musste gewinnen und macht dies. 11 aus 11!!
Alapin2 - 02.01.21    
@Saison "...aber es bedarf eines Fischer..." Ähnliche Stellungen hat Salo Flohr schon in den 30-ern serienweise gewonnen.Er kam da über eine damalige Modevariante des Orthodoxen Damengambits rein.Erst Capablanca zeigte 1936,wie man remis halten kann.
Ebenso wie Flohr war eben auch Fischer ein exzellenter Techniker und Endspielexperte.
Saison - 03.01.21    
Aus der Fischer Biografie erfahre ich, dass Fischer vor dem WM Kampf gegen Spasski
gewonnen hat:
6:0 gegen Taimanow
6:0 gegen Larsen
6,5: 2,5 gegen Petrosjan.

Wie geht so was?
patzer0815 - 03.01.21    
Fischer war damals zweifellos der stärkste Spieler. Wenn ich mich richtig erinnere hatte er etwa 2780 Elo und damit 130 Punkt Vorsprung vor Weltmeister Spassky.

Sicherlich kommt auch die psychologische Komponente zum tragen, wenn man in Rückstand gerät. Bei einem 0:3 spielt man nicht so befreit auf wie beim Stand von 0:0. Die ersten Partie gegen Larsen hätte durchaus auch anders ausgehen können. Dass Larsen diese Partie auf Messers Schneide bei beiderseits sehr guten Spiel am Ende verloren hat, hat wohl seinen Widerstand gebrochen. Danach waren die Partien deutlich einseitiger - zumindest wenn ich mich richtig erinnere.

Vor ein paar Jahren war zu diesen WM-Zyklus auch ein etwa 5 Minuten langen Video (auf Englisch) auf Youtube, das eine tolle Zusammenfassung war. Allerdings finde ich das schon seit einiger Zeit nicht mehr.

Im Fainale gegen Petrosjan gewann Fischer übrigens die erste Partie und hatte damit 20 Partien am Stück gegen Weltklassespieler gewonnen. Petrosjan gewann völlig überraschend (auch für die Sowjets) die zweite Partie, wonach Fischer sich auch erst einmal sortieren und von diesem Schlag erholen musste, drei Remis waren die Folge und der Wettkampf nach 5 Partien mit 2,5:2,5 eigentlich noch komplett offen.
Saison - 03.01.21    
Danke für die sehr interessanten Informationen. Dass Fischer wohl ein ganz schwieriger Charakter war oder wurde, sollte seine Leistung nicht schmälern.
Vabanque - 03.01.21    
Der Thread hat nun eine große Eigenständigkeit entwickelt und wurde zu einer Diskussion über Fischers Überlegenheit.

Diese Phase der absoluten Dominanz scheint aber recht kurz gewesen zu sein, denn vor diesen Matchs Anfang der 70er Jahre sahen die Scores gegen Spassky und Petrosian ganz anders aus, und selbst Larsen konnte vorher zweimal gegen Fischer gewinnen.

Wenn ich korrekt recherchiert habe, stand es vor dem 72er WM-Match

Spassky-Fischer 3:0 bei 2 Remisen!

Fischer hatte also zuvor noch nie ein einziges Mal gegen Spassky gewinnen können.

Gegen Petrosian stand es vor dem 71er Kandidatenfinale

Petrosian-Fischer 3:3 bei 12 Remisen

Ich persönlich glaube nicht, dass Fischer ein 'größerer' Weltmeister war als Petrosian oder Spassky, aber Anfang der 70er hatte er eine absolute Gewinnsträhne. Was die Gründe dafür gewesen sein mögen, darüber kann nur spekuliert werden.

Vielleicht ahnte Fischer, dass es nach dem 72er Match mit dieser Gewinnsträhne vorbei sein würde? Dass er diese phänomenale Leistung nicht über weitere Jahre hin würde bringen können? Zumindest scheint er es befürchtet zu haben. Natürlich kann über die Gründe für sein Abtauchen exakt nach dem Match ebenfalls nur spekuliert werden, und dies ist ja auch zur Genüge getan worden.

Fischer hatte schon auch etwas seltsame Ansichten über Schach, in seiner Liste der 10 größten Spieler der Schachgeschichte
http://www.edochess.ca/batgirl/TopTen.html
ließ er Lasker und Botwinnik aus, bezog aber einen gewissen Howard Staunton ein, dessen Namen man heute nur noch von der nach ihm benannten Schachfigurenform oder allenfalls von einem Gambit gegen Holländisch her kennt. Dieser Staunton mag ja sich ja tatsächlich gewisse schachliche Verdienste erworben haben, aber gegenüber denen eines Lasker oder Botwinnik dürften diese Verdienste doch eher vernachlässigbar sein.
Auf der anderen Seite ist es durchaus aufschlussreich und beachtenswert, was Fischer über die anderen 9 Spieler (die zweifellos tatsächlich zu den Größten gehören) zu sagen hatte.
Saison - 03.01.21    
Stimmt, von Nimzowitsch zu Fischer, sollte so sicher nicht sein.
Zu Fischer noch, er hat 0:4 gegen Tal begonnen, dann eine gewonnen.
Vabanque - 03.01.21    
>>Zu Fischer noch, er hat 0:4 gegen Tal begonnen<<

Allerdings bei 3 Remisen. Und danach gewann Tal nie mehr gegen Fischer.

Irgendwie ist es, als hätte man bei Fischer irgendwann den Schalter umgelegt :-)
Tschechov - 03.01.21    
Ein Buch, das sich mit Fischer beschäftigt, ist "Russians versus Fischer". Ist wohl nur noch antiquarisch erhältlich. Ich habe es noch nicht gelesen, weiß aber soviel über den Inhalt, daß sowjetische Spitzenspieler vom KGB verhört wurden. Es wurde tatsächlich sowjetischerseits eine Art Fischer-Task-Force gegründet, um herauszubekommen, wie man die Attacke des Klassenfeindes parieren könne. Ein Freund, dem ich davon erzählte, zeigte sich wenig erstaunt, schließlich seien auch diverse ungarische Fußballspieler nach der WM 1954 ins Lager gesteckt worden.
Saison - 03.01.21    
Taimanow wurde nach dem 0:6 das Geld gestrichen und er durfte nicht mehr ins Ausland.
Er meinte, zum Glück habe ich noch meine Musik.
Fischer war in den USA für das Schach wie Boris Becker hier für das Tennis.
Vabanque - 03.01.21    
>>Er meinte, zum Glück habe ich noch meine Musik.<<

Als Pianist war Taimanov aber auch herausragend. Seine Aufnahmen im Duo mit seiner damaligen Frau Liubov Bruk sind heute noch legendär.
Vabanque - 03.01.21    
Und Fischer soll ja auch auf die Frage 'Wie spielt eigentlich Taimanov?' geantwortet haben: 'Ich glaube, Klavier spielt er ganz gut' :-)
Oli1970 - 03.01.21    
Das Abdriften finde ich nicht schlimm, was soll man über so eine klare Kurzpartien noch für inhaltliche Worte verlieren. Danke jedenfalls für die Rückmeldungen, ich freue mich immer darüber.

Die Fischer-Diskussion habe ich interessiert verfolgt, er ist nach wie vor eine schillernde Persönlichkeit. Ohne Zweifel ein Schachgenie. Allerdings auch manches Mal mit dem notwendigen Quentchen Glück, dass der Gegner einen Fehler mehr machte. Auch ein Fischer spielte nicht immer fehlerfrei. Für seine russischen / sowjetischen Gegner stand sicher mehr auf dem Spiel - das über wenigstens 24 Jahre aufgebaute Prestige der russischen Schachschule und die Erwartungen der politischen Führung im Kalten Krieg werden wohl nicht unerheblich psychologischen Druck aufgebaut haben als es 1972 um denTitel ging. Spassky hatte 1971 eine unglückliche Phase und sagte später, dass ihn seine Jahre als Weltmeister bzw. die dadurch verspürte Verantwortung belastet hätten.

Auch die Partie Saidy - Fischer habe ich mir (bisher nur oberflächlich) angesehen. Fischer spielte sehr geschickt. Die Bauern auf der für den Läufer falschen Feldfarbe oder unterstützt durch den König, konnte er seine Stellung immer weiter verbessern, während Saidy seine Bauern kaum nutzen konnte, ohne den eigenen Läufer zu blockieren. Nachdem der Königsflügel bei schon weit vorgestoßenem f-Bauern abgeräumt war, war für Saidy nichts mehr zu holen.

Noch ein Wort zur Top-Ten-Liste Fischers: Seine Begründung für Staunton finde ich durchaus nachvollziehbar. Fischer führt weiter aus, dass er Staunton mehr als Theoretiker denn als Spieler schätzt. Warum auch nicht. Wenn ich seine Begründungen zu Tal und Reshevsky lese, frage ich mich, ob da nicht eine gewisse Ironie mitschwang. Als Komplimente eher zweifelhaft, finde ich. Vielleicht mussten Lasker und Botwinnik fehlen, um noch zwei Spitzen setzen zu können? ;-)
Saison - 03.01.21    
Hier ist der Pianist Taimanow und natürlich auch die Pianistin

https://youtu.be/58zBQG9INhQ
Vabanque - 03.01.21    
Leider ist das Musikstück nicht angegeben, aber ich glaube, es ist von Darius Milhaud.
Vabanque - 03.01.21    
>>Wenn ich seine Begründungen zu Tal und Reshevsky lese, frage ich mich, ob da nicht eine gewisse Ironie mitschwang.<<

Mag sein, aber dass die beiden damals zu den größten Spielern gehörten, wenn auch Tal nur sehr kurzzeitig Weltmeister war und Reshevsky nie die Gelegenheit zu einem WM-Match bekam, wird man ja trotzdem nicht bestreiten wollen.
Oli1970 - 03.01.21    
„Man“ vielleicht nicht, Fischer vielleicht schon. Immerhin kannte er beide persönlich und gerade Reshevsky und er waren alles andere als Freunde.
Vabanque - 03.01.21    
Hast du dafür Belege? Mit Spassky war er ja tatsächlich befreundet, trotz aller Rivalität am Brett. Und Tal war dem Vernehmen nach allen sympathisch.
Saison - 03.01.21    
In der Fischer Biografie wird beschrieben die Rivalität des 17- jährigen Fischer und 50 Jahre alten Reshevsky.
Ein Wettkampf zwischen ihnen endete mit Nichtantritt Fischers zur 13.Partie und letztlich Sieg des Älteren. Fischer verklagte Reshevsky und die amerikanische Schachstiftung: er wollte Neubeginn des Matches. Freunde waren sie wohl nicht.
Alapin2 - 03.01.21    
Anscheinend hatte Fischer Probleme mit "Vaterfiguren". Seiner hatte sich ja wohl
schnell verabschiedet.
Oli1970 - 03.01.21    
Belege im engeren Sinne natürlich nicht, nur das, was ich mir aus einzelnen Artikeln zusammenreime. Fischer hat Reshevsky respektiert und zumindest Mitte der 50er Jahre für einen der stärksten Spieler der Sweet gehalten. Die englische Wikipedia gibt z. B. Hinweise darauf (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Samuel_Reshevsky#Rivalry_with_..).
Allein der Artikel enthält mehrere Hinweise darauf, dass es eine Rivalität gab und wohl auch der Respekt irgendwann verloren ging. Einen anderen Artikel finde ich gerade nicht, aber Google wirft bei „Fischer Reshevsky Rivalität“ schon einiges aus.
Unter dem Gesichtspunkt, dass Reshevsky eine Generation älter war und das Ringen darum, die amerikanische Nr. 1 zu sein, von außen nicht zu knapp angefeuert wurde, erscheint es mir plausibel, dass das nicht die besten Kumpel waren.
Oli1970 - 03.01.21    
Der Sweet? Verdammte Autokorrektur, „der Welt“ natürlich.