Kommentierte Spiele

Leicht, locker und lehrreich (X): Landau - Réti 1927

Vabanque - 07.11.18   +
Wenn Réti-Partien mal ausnahmsweise einfach sind, dann sind sie meist aber gleich besonders lehrreich. So auch diese Partie, die aus einem Match stammt, das Réti 1927 gegen den damaligen holländischen Spitzenspieler (jüdisch-galizischer Herkunft) Salomon Landau - der nach der deutschen Besetzung der Niederlande von den Nazis feige ermordet wurde und damit das Schicksal einer ganzen Reihe hochbegabter jüdischer Menschen teilte - austrug. Das Match gewann Réti 6,5 : 2,5; in vorliegender Partie gerät Landau als Weißer nach zwei frühen Unachtsamkeiten schnell in eine Stellung ohne Gegenspiel. Réti zeigt uns musterhaft, wie man so ein 'Spiel auf ein Tor' zu einem siegreichen Abschluss führt.

[Event "Rotterdam m"]
[Site "Rotterdam NED"]
[Date "1927.09.25"]
[Round "8"]
[White "Salo Landau"]
[Black "Richard Reti"]
[Result "0-1"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[ECO "A28"]

1. c4 e5 2. Nc3 Nf6 3. Nf3 Nc6 {Ironischerweise entwickelt sich Réti hier
'klassisch', sein Gegner dagegen zunächst 'hypermodern' (d.h. mit Zurückhaltung der
Mittelbauern).} 4. d4 {Aber schon wird der Mittelbauer gezogen, auch wenn es
danach zum zahmen Abtausch kommt. Dieser Zug ist heute wohl mit Recht nicht mehr in Mode.
Mehr im Sinne des 'englischen' Systems ist 4. g3, was Réti hier mit Weiß bestimmt gezogen hätte.} 4... exd4 (4... e4 {ist hier ebenfalls
interessant, führt aber natürlich zu gänzlich anderen Stellungsbildern.
Generell kann man sagen, dass solch frühe 'Festlegungen' eines Bauern auch ihre
Schattenseiten haben. Der Bauer steht hier scheinbar stark mit einengender
Wirkung auf das weiße Spiel, er kann aber leicht selbst zum Angriffsobjekt
werden, wie wir es ja bereits in der Partie Schmid-Westerinen gesehen haben, in einer recht ähnlichen Stellung. Réti bevorzugt jedenfalls einen einfacheren Weg.} ) 5. Nxd4 Bb4 {Bereits hier
gefällt mir die schwarze Stellung eigentlich schon besser. Schwarz hat eine bequeme
Entwicklung; er kann auf jeden Fall gefahrlos rochieren und danach mit Te8 die
halboffene e-Linie besetzen. Je nach der weißen Antwort wird er mit d6 oder gar
d5 seine Entwicklung fortsetzen. Er kann auf c3 tauschen oder damit noch warten, oder
auch mit Se5 den weißen c-Bauern belästigen.} 6. Bg5 h6 7. Bh4 O-O ( {Hier kam
auch} 7... Bxc3+ 8. bxc3 {in Betracht. Es ist in solchen Fällen immer schwer zu
entscheiden, ob die Schaffung des Doppelbauern es rechtfertigt, dafür den
Läufer zu tauschen und damit dessen Kontrolle über die dunkelfarbigen Felder
aufzugeben.} ) 8. e3 Ne5 {Mit der Absicht Sg6, womit Schwarz die Fesselung
aufheben kann, ohne mit g7-g5 sein Königsstellung schwächen zu müssen.} 9. Qc2
{Nun kann Weiß die Schaffung eines Doppelbauern aber einstweilen verhindern.}
9... Re8 10. Be2 Ng6 11. Bg3 $2 ( {Wie der Gang der Ereignisse gleich zeigen
wird, wäre es besser gewesen, den Springer mit} 11. Bxf6 {abzutauschen.} 11...
Qxf6 12. O-O Bxc3 {(auch der weiße Sc3 würde - nun entfesselt - sonst zu
gefährlich)} 13. Qxc3 d6 {mit beiderseitigen Chancen, wobei die weißen am
Damenflügel (c4-c5), die schwarzen am Königsflügel (Dg5 und ggf. Sh4 oder Se5)
liegen. Nach dem schwachen Textzug (vielleicht eine Reflexreaktion, um das 'wertvolle' Läuferpaar zu behalten) wird Weiß nur noch mit Mühe Nachteil vermeiden können. Vor allem wird sein Lg3 im weiteren Partieverlauf nie mehr ein Wort mitsprechen.} ) 11... Ne4 {Der steht jetzt doch recht
unangenehm für Weiß. Landau hätte vielleicht ein wenig über diese Stellung
meditieren sollen, bevor er Lg3 zog.} 12. O-O-O $2 {Oje! Der weiße König hat
hier statt in einem Palast in einer Hütte mit Durchzug sein Quartier
aufgeschlagen. Wenn Weiß überhaupt lang rochieren wollte, hätte er es im 10. Zug tun
sollen.} ( {Weiß musste unbedingt versuchen, den starken Se4 loszuwerden,
z.B.} 12. Bd3 Bxc3+ 13. bxc3 Nxg3 14. hxg3 Ne5 {, und obwohl die schwarze
Stellung auch hier besser aussieht als die weiße, wird es nicht so einfach sein, daraus etwas
zu machen, wie ich meine.} ) 12... Bxc3 $1 {Auch hier musste wieder entschieden
werden, ob es besser war, den Läufer oder den Springer zu tauschen. Réti
entschließt sich, den Springer zu behalten, und behält damit nicht nur diesen,
sondern auch Recht.} 13. bxc3 Qe7 14. Kb2 {Um die schwarze Dame nicht nach a3
zu lassen, sind schon solche 'Klimmzüge' erforderlich.} 14... d6 15. Bd3 Bd7 16. f3 $2 ( {Wohl der endgültige Verlustzug. Hier bestand die letzte Chance
für Weiß, den lästigen Springer zu tauschen. Freilich geriete er damit bei
seiner zerrissenen Bauernstellung in ein schlechteres Endspiel, aber er könnte
immerhin mit} 16. Bxe4 Qxe4 17. Qxe4 Rxe4 18. c5 $5 dxc5 19. Nb3 {seinen
Doppelbauern auflösen (da c5 und c7 sowie der Ld7 hängen, gewinnt Weiß den
Bauern zurück, behält aber zwei isolierte Bauern am Damenflügel).} 19... Bc6
20. Bxc7 (20. Nxc5 Rc4 21. Nb3 Bxg2 {verliert einen Bauern.} ) 20... b6 {und
Schwarz hat Vorteil, der aber lange nicht so groß ist wie in der Partie.} )
16... Nc5 $1 {Ein großartiges Feld für den Springer (wieder mal das Feld vor
einem Isolani, den es hier sogar in doppelter Ausführung gibt!). Réti hat
natürlich ausgerechnet, dass Schlagen auf g6 Weiß nichts bringt.} 17. Bxg6 {Tauscht er den nicht, so kommt mit Se5 schnell ein weiterer Springer aktiv ins Spiel. Andererseits fehlt jetzt bald ein wichtiger Verteidigungsläufer zum Schutz der weißen Felder in Königsnähe.} fxg6
18. Rde1 (18. Qxg6 {ging nämlich nicht gut wegen} 18... Qxe3 {, wonach} 19.
Rhe1 $2 {an} 19... Na4+ {scheitert.} ) 18... Qf7 {Deckt g6 und visiert
gleichzeitig c4 an. Während das schöne Springerfeld c5 die indirekte Schwäche
des Isolani c4 beleuchtete, wird jetzt seine direkte Schwäche ebenfalls fühlbar.} 19. Qe2 a6 $1 {Und nun ist es bereits soweit: Schwarz kann in
jedem Fall Linienöffnung erzwingen, wonach nicht nur etwas Zugluft, sondern ein
ganzer Orkan durch die baufällige weiße Königshütte brausen wird. Weiß ist
bereits völlig verloren, vor allem weil er ja auch kein Gegenspiel im Zentrum
und/oder am Königsflügel aufbauen kann. Bald wird er mit jedem Zug nur noch auf
schwarze Drohungen reagieren.} 20. e4 b5 21. cxb5 $2 (21. Ka1 bxc4 {wäre
schlimm genug gewesen, zumal Weiß dann nicht nur einen Bauern weniger hat,
sondern Schwarz auch noch dass Springerfeld d3 bekommt. Aber der weiße
König wäre zumindest zunächst mal außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone gewesen. Mit
dem Textzug verschwindet zwar der schwache Bauer c4, aber Weiß öffnet dem Schwarzen nicht nur die a-Linie, sondern auch noch
die Diagonale g8-a2!} ) 21... axb5 {Schon droht Schwarz mit großem Getöse auf
a2 zu schlagen.} 22. Ra1 Ra4 {Um auf der a-Linie zu verdoppeln. Die Partie
spielt sich fast von selbst.} 23. Rhb1 (23. Nxb5 $2 Rb8) 23... Rea8 {Erzwingt die folgende Schwächung des Feldes b3.} 24. a3 Be6
{Droht Lc4 nebst Sd3+, weswegen Weiß tauscht, was aber b3 vollständig schutzlos lässt.} 25. Nxe6 (25. Qxb5 $2 Bc4 26.
Qc6 R4a6 {ergäbe einen netten Damenfang.} ) 25... Qxe6 {Nun freilich droht Db3+
nebst Dxc3+ mit Karacho, weswegen Weiß b3 deckt.} 26. Qc2 ( {Das
verzweifelte} 26. Qxb5 $2 {wird mit dem Ablenkungszug} 26... c6 $1
{beantwortet:} 27. Qb6 (27. Qxc6 Qb3+) 27... Qc4 {und nun wäre De2+ nebst
Sd3matt die Killerdrohung:} 28. Re1 {ist keine Deckung wegen} 28... Nd3+) 26...
Qc4 {Droht Sd3+ mit Damengewinn.} 27. Rd1 {Alles gedeckt?!} 27... b4 $3 {Im
Gegenteil, alles vorbei! Die weiße Königsstellung wird jetzt wie mit einem
Flaschenöffner aufgeknackt. Rétis Bauernopfer bezieht ein Turmopfer auf b4 ein,
falls Weiß jetzt auf b4 nimmt.} 28. Be1 {Leider nimmt er nicht auf b4. Aber der
Textzug kommt im Prinzip der Resignation gleich. Übrigens zieht jetzt seit dem 11. Zug zum ersten Mal wieder dieser Läufer.} ( {Die Pointe des schwarzen
Bauernopfers zeigt sich nach} 28. cxb4 Rxb4+ $1 29. Kc1 (29. axb4 Qxb4+ 30. Kc1
Rxa1+) 29... Nb3+ 30. Kb1 Nxa1+ 31. Qb2 (31. axb4 Qxc2#) 31... Qc2+ 32. Kxa1
Qxb2#) ( {bzw. nach} 28. axb4 Ra2+ 29. Rxa2 Rxa2+ 30. Kb1 Rxc2 31. Kxc2 Qa2+
32. Kc1 Nb3#) 28... bxa3+ {Landau hat den richtigen Zeitpunkt zum Aufgeben
bereits verpasst. Réti kann jetzt gewinnen wie er will. Auch Txa3 reichte
locker. Der Rest ist Schweigen des Kommentators.} 29. Kc1 Nb3+ 30. Kb1 Rb8 31.
Qa2 Nd4+ 32. Kc1 Ne2+ ( {Den Damengewinn} 32... Ne2+ 33. Kc2 Rb2+ {wollte
Landau sich jetzt doch nicht mehr zeigen lassen und gab endlich auf. Ein
Sturmsieg Rétis - aber auf positioneller Grundlage! Den Hauptanteil am Sieg
hatten Bauern- und Felderschwächen sowie ein starker Springer, den Weiß
versäumt hatte abzutauschen.} ) 0-1


Natürlich könnte ich auch hier wieder eine Liste von Punkten aufstellen, was man alles aus dieser Partie lernen kann. Allerdings würde sich gegenüber den bisherigen Listen hier vieles wiederholen (schwache Bauern und schwache Punkte, insbesondere in der Nähe der Königsstellung; Linienöffnung gegen den feindlichen König etc.). Deswegen möchte ich mich hier mal ausnahmsweise auf einen einzigen Aspekt konzentrieren, zu dem die Partie m.E. das meiste Anschauungsmaterial liefert: nämlich den Abtausch. Wann ist ein Abtausch gut und wann sollte er besser vermieden werden? Hier kommt es darauf an, welche Figuren beide Seiten behalten bzw. welche Figuren ihnen anschließend fehlen werden und warum.

Steht man also vor der Wahl einen Abtausch zu tätigen oder zu unterlassen, sollte man gründlich abwägen, was die (nicht) am Leben gelassenen Figuren im späteren Partieverlauf noch leisten könn(t)en.

Hier vermeidet Weiß im 11. Zug den Abtausch seines Lh4 gegen den schwarzen Sf6. Aber der nach g3 gezogene Läufer wird im gesamten weiteren Partieverlauf die Rolle eines unbeteiligten Zuschauers einnehmen, während der schwarze Sf6 später auf e4 und anschließend auf c5 zur Bestform auflaufen wird. Also war der Rückzug falsch, während Weiß mit dem Abtausch eine potentiell untätige Figur losgeworden wäre und eine potentiell gefährliche gegnerische Figur vom Brett entfernt hätte. (Seltsamerweise geht IM Craig Pritchett in seinen Anmerkungen zu dieser Partie über 11. Lg3 kommentarlos hinweg, ganz so als wäre dieser Zug selbstverständlich und es gäbe keine Alternative.)

Réti dagegen zögert im Frühstadium der Partie, seinen Lb4 gegen den weißen Sc3 zu tauschen, obwohl der dem Weißen damit einen Doppelbauern verschafft hätte. Offenbar wollte er sich von seinem schwarzfeldrigen Läufer nicht so gerne trennen bzw. die Fesselung noch aufrecht erhalten. Nach dem weißen Fehlzug 12. 0-0-0 entschied Réti, dass sein Springer überleben sollte (weil er, sollte er auf e4 angerempelt werden, das unvertreibbare Feld c5 zur Verfügung hatte), während er auf seinen Lb4 in der Folge gut verzichten konnte. Ein Verzicht auf den Abtausch kam in diesem Fall übrigens nicht in Betracht (der weiße Sc3 wäre sonst zu aktiv geworden), nur die Wahl zwischen zwei Abtauschmöglichkeiten.

Mit dem Abtausch 17. Lxg6 tauschte Weiß zwar einen passiven Läufer gegen einen aktiven Springer, doch fehlte ihm anschließend der Läufer zur Bewachung der weißen Felder in der Nähe seiner Königsstellung. Manchmal kann es also auch sinnvoll sein, passiv stehende Figuren zu behalten, nämlich dann, wenn sie wichtige Felder (oder Bauern) decken. In diesem konkreten Fall allerdings hatte Weiß nur noch die Wahl zwischen zwei Übeln (bei Verzicht auf den Abtausch wäre der schwarze Sg6 über e5 stark ins Spiel gekommen).
Oli1970 - 08.11.18    
Hui, sehr interessantes Thema, das Du da aufgemacht hast! Die Partie selbst ist wie immer in dieser Reihe sehr gut nachzuvollziehen und klasse erklärt. Richtig tiefsinnig sind die Fragen und Erläuterungen im Nachspann.

Das sind genau die Fragen, die ich mir am Brett auch immer stelle - ist der Tausch jetzt gut, soll ich mit Springer oder Läufer schlagen, was bringt mir die Figur jetzt und später? Dummerweise stellt sich die richtige Antwort meistens erst raus, wenn das Spiel gelaufen ist.

Gerade in einer Stellung wie im 11. Zug hier finde ich die Beurteilung sehr schwer. Der Rückzug auf g3 ist eigentlich folgerichtig, da Landau mit 7. Lh4 die Entscheidung getroffen hat, nicht zu schlagen. Andererseits muss man dann das vorherige Lg5 schon in Frage stellen. Aber wie soll man in diesem frühen Stadium erkennen, dass der Läufer keinen Nutzen mehr bringen wird? Ich stelle fest: Schach und Lotto scheinen Gemeinsamkeiten zu haben. Wenn man nur die Zahlen der nächsten Woche kennen würde ...

Die lange Rochade stellt dann einige Weichen, war so richtig übel. Aber gut für uns, weil sie uns voran im Thema der Abtausche bringt. Natürlich hat Réti richtig entschieden. Lxc3 ist stärker als Sxc3. Ich habe lediglich das winzige Problem, im laufenden Spiel zu erkennen, warum. Sxc3 ist ja nicht wirklich schlecht; bxc3 und nachfolgendes La3+ bringt den König auf d2, die Turmlinie ist verstellt, der König sollte sich da vielleicht auch nicht dauerhaft einrichten. Klingt doch auch gut! Warum Kd2? Weil ich mich mit Kb1 unwohl gefühlt hätte. Bauchentscheidung. Wie die Frage, mit welcher Figur zu tauschen ist. Ich glaube, da gehört auch viel positionelles Verständnis - oder schlicht viel Erfahrung - dazu, solche Züge zu entscheiden. Oder taugt doch schon der allgemeine Grundsatz, dass der Springer eine ideale Blockadefigur für Isolani und Doppelbauer und als solche flexibler als der Läufer ist, für alle Lebenslagen?

Schade für Landau, dass die Partie so schlecht für ihn gelaufen ist. Schlechte Züge wurden gnadenlos abgestraft. Die schwarze Stellung sah zu jeder Zeit solider aus, Weiß kam gar nicht dazu zu zeigen, welchen Plan er in seinem Spiel hatte. Praktisch von Anfang an war er in der Defensive. Das Endspiel hat mir super gut gefallen. Das war schön anzusehen, wie Réti auf Angriff umschaltete und die Stellung immer weiter aufgeknackte. Nach den "denkwürdigen" Zügen nochmal richtiges Action-Kino!

Vielen Dank für die Partie und noch mehr für den langen Nachspann, der mich noch um einiges mehr zum Nachdenken anregte. Die Antwort auf alle Fragen habe ich auch gefunden. Sie lautet "42". ;-)
haribo02 - 09.11.18    
Sehr schöne Partie, wie immer super erklärt ( das muss man , glaube ich, nicht mehr betonen;-)) und sehr lehrreich!
Das Hauptthema, also tauschen, nicht tauschen , wann
tauschen, stellt für jeden Spieler eine hohe Herausforderung dar !
Und wie es hier in die Partie geschieht, eben mit recht.
Der Tausch auf f6 wäre absolut nötig gewesen, und ich
behaupte dass nach 11.Lg3, der Gegenzug Se4 voraussehbar war, auch für uns Amateure !
Danach ist das Spiel für Landau verloren, Reti demonstriet hier Angriffskunst .
LG haribo02
Oli1970 - 10.11.18    
Ja, Se4 lag in der Luft. Es ist bezeichnend, dass Réti seinerseits nicht im weiteren Verlauf den Läufer schlug. Er hat wohl auch geahnt, dass der Lg3 keine Rolle spielen würde und konzentrierte sich auf seinen eigenen Spielplan.

Über dieses Thema - wie tausche ich richtig - würde ich gerne mehr erfahren. Z. B., gibt es Indizien, ob sich eine Stellung öffnen wird oder geschlossen bleibt, wenn a) die Partie sich in einem frühen Stadium befindet und b) mir die Eröffnung unbekannt ist? Das ist bei mir der Regelfall, woran mache ich also in unbekannten Gefilden fest, ob ich eher den Springer oder eher den Läufer behalten sollte? Die grundsätzlichen Entscheidungshilfen sind schon klar. Mein Problem ist eher zu erkennen, wie sich eine Partie mit hinreichender Wahrscheinlichkeit entwickeln wird.

Schade, dass offenbar ich der einzige hier mit diesen spielerischen Mängeln bin. ;-) Wo sind sie alle, die mich hier mal einweihen könnten?
Vabanque - 10.11.18    
Die schauen momentan alle auf die WM ... hoff ich zumindest mal ;-)