Schachaufgaben

Bauernendspiele 2

gammapappa - 25.04.18   +

Studie von L. Prokes 1947
Weiß zieht und hält Remis


Beule - 25.04.18    

Zuerst wollte ich schreiben, das weiß den h-Bauern nie aufhalten kann, aber....

Kc8 - Kc6
Kb8 - Kb5
Kb7 - Kxa5 (ansonsten ist der Bauer am König und kann umgewandelt werden).
...und über die Diagonale h1/a8 wandert der weiße König pfeifend zum Umwandlungsfeld....ich habe extra mein Holzbrett abgestaubt ... das funktioniert ;-)
Die hat mir gefallen...danke.
Gruß
Andi

goebel - 25.04.18    

schöne Kombination, durch die Drohung dass der a-Bauer laufen könnte, kommt der weisse König in die wichtige 6te Reihe und kann somit den schwarzen Bauern einholen.

Vabanque - 25.04.18    

Dies ist eine jener Studien, die sich die Tatsache zu Nutze machen, dass die Geometrie des Schachbretts der Anschauung widerspricht - der Weg auf der Diagonalen ist nämlich auf dem Schachbrett im Gegensatz zur Realität nicht länger als auf der Vertikalen oder Horizontalen, sondern genauso lang. Deswegen kommt der wK am Ende gerade noch rechtzeitig ins Quadrat des h-Bauern, trotz dessen Doppelschritt. Sehr schön - erinnert ein wenig an die berühmte Réti-Studie von 1928.

Vabanque - 25.04.18    

Allerdings zeigt das Beispiel auch zum wiederholten Male auf, dass Bauernendspiele nicht mittels 'Schachgefühl' bewältigt werden können - ähnlich wie für Stochastik hat der Mensch dafür eben kein Gefühl. Bauernendspiele sind pure Rechenkunst - und eine einzige noch so winzige Verrechnung kostet die Partie. Deswegen sollte man sich in einer praktischen Partie auf das reine König-und-Bauern-Endspiel immer nur dann einlassen, wenn man es präzise bis zum Ende durchrechnen kann. Verlässt man sich dagegen auf gefühlsmäßige Einschätzung der Lage, ist der Reinfall vorprogrammiert. Das ist die Kehrseite dieser 'verblüffenden' Stellungen, die wie Zauberei anmuten.

AVSchach - 30.05.18    

Kapier ich nicht. Erklärt das mal bitte nicht kompliziert.

Remise - 31.05.18    

Kompliziert ist relativ

Vabanque - 31.05.18    

Beule und goebel haben es oben sehr gut erklärt, finde ich.

Auf eine konkrete Frage kann man antworten (z.B. 'ich verstehe nicht, warum Schwarz im 7. Zug nicht so und so spielen kann'), aber auf ein generelles 'das verstehe ich nicht, das ist mir zu kompliziert' weiß man nicht, was man antworten soll.

Jupp53 - 24.09.18    

@AVSchach

Das ist nicht kompliziert erklärt. Es erfordert nur Ruhe.

Anders: Gehe mit dem Maßband und messe die Entfernung von a1 nach h8. Messe die Entfernung von a1 nach a8. Schreibe die Entfernungen nebeneinander. Dann stelle den König nach a1 und zähle die Züge auf der Geraden nach a8 und anschließend von a1 nach h8. Da auf dem Schachbrett nur die Züge zählen, ist die Geometrie des Brettes eine andere als für den menschlichen Fußweg auf einem Feld. Zusätzlich hängt das noch von der Zugart der Figuren ab. Für einen Springer auf a1 ist d4 näher als a2.

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Vabanque - 24.09.18    

@Jupp: Ich glaube erstens nicht, dass SF AVSchach mit diesem Account nochmal online geht und dies liest, und außerdem wollte er ganz bestimmt nur pöbeln. Aber danke für deine Geduld, alles nochmal genau zu erklären. Vielleicht profitiert ja wenigstens jemand, der ernsthaft an der Geometrie des Schachbretts interessiert ist, von deiner Erklärung ... ich finde sie jedenfalls gut.