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In welchen Eröffnungen seid ihr am erfolgreichsten?

Tschechov - 17.10.20    
In den Titel dieses Threads hatte eigentlich noch "bzw. erfolglosesten" gehört, aber das war zu lang und wurde nicht mehr angenommen. Also: In welchen Eröffnungen seid ihr am erfolgreichsten bzw. erfolglosesten?

Bei mir stelle ich fest, daß sich bei den meisten von mir häufig gespielten Eröffnungen (Damengambit, Sizilianisch - nun ja, aktuell nicht mehr -, Philidor) ein Wert praktisch plus minus Null einspielt. Bilanz Damengambit: 83 Spiele, 37 Siege, 38 Niederlagen,7 Remis (ein Spiel Abbruch ohne Wertung). Bilanz Sizilianisch:126 Spiele, 49 Siege, 51 Niederlagen, 20 Remis (viermal Abbruch ohne Wertung). Englisch: 39 Spiele, 18 Siege, 16 Niederlagen, 4 Remis (ein Spiel Abbruch ohne Wertung). Philidor: 52 Spiele, 22 Siege,17 Niederlagen, 12 Remis (ein Spiel Abbruch ohne Wertung). Die Philidor-Verteidigung also schon mit einem etwas besseren Wert mit auch schon - bei 52 Partien - einem gewissen Aussagewert. Meine Parade-Disziplin unter den von mir häufig gespielten Eröffnungen ist immer noch das Königsgambit. Bilanz: 72 Spiele, 38 Siege, 24 Niederlagen,8 Remis (zweimal Abbruch ohne Wertung).

Meine katastrophalsten Werte, kommen, soweit ich jetzt recherchiert habe, lediglich durch Thementurniere zustande, bei denen ich fast durchweg auf stärkere Spieler traf, die mich natürlich bei so ziemlich jeder Eröffnung geschlagen hätten, beispielsweise die Nimzo-Indische Eröffnung; Bilanz: 20 Spiele, 1 Sieg, 15 Niederlagen, 4 Remis.

Interessant wird es bei den weniger häufig gespielten Eröffnungen. Hier finden sich bei mir einige Eröffnungen, bei denen ich anscheinend überdurchschnittlich gut abschneide. "Weniger häufig" darf natürlich keine verschwindend geringe Größe sein, eine Gewinnquote von 100% bei einer gespielten Partie hat selbstverständlich keinen Aussagewert. Ich spielte hier schon Eröffnungen, bei denen man mich für einen Experten hätte halten können, bei denen ich aber einfach nur Glück hatte und bei denen der weitere Verlauf zeigte, daß ich auch hier ganz durchschnittlich bin (bspw. das Läuferspiel und Grünfeld-Indisch).

Einen gewissen Aussagewert scheinen dagegen schon meine Bilanzen in der schottischen und der königsindischen Eröffnung zu haben. Bilanz Schottisch: 14 Spiele, 7 Siege, 3 Niederlagen, 4 Remis. Bilanz Königsindisch: 16 Spele, 11 Siege, 4 Niederlagen, 1 Remis.

Und eben hier meine ich einen psychologischen Effekt bei mir feststellen zu können, von dem es mich interessieren würde, ob ihr den auch kennt: Ich will mir meine Bilanz nicht versauen! Königsindisch bspw. spiele ich eben nur sehr selten, würde ich es häufiger spielen, wäre es ja möglich, daß sich alles wieder zurecht zieht und ich auch hier als ganz durchschnittlicher Spieler dastehen würde. Ich meine bei mir feststellen zu können, da0 ich meine "Erfolgseröffnungen" nur bei Gegnern anwende, von denen ich glaube, sie auch mit auch einer anderen Eröffnung besiegen zu können. Ich lasse es nicht mehr darauf ankommen. Wer kennt das noch?
MarkD - 18.10.20    
Nun, wenn überhaupt, dann will ich mir meine Gesamtbilanz nicht versauen, obwohl mir das auch tendenziell eher gleichgültig ist.
Ich wähle also meine Eröffnung in der Regel abhängig vom Gegner. In (sehr wenigen) Eröffnungen bin ich sehr geübt und eine davon ist zufällig auch das Konigsgambit... Ich spiele das inzwischen fast gar nicht mehr, höchstens gegen schwächere Gegner, weil stärkere mich in der Regel schon in der Eröffnung überspielen. Ich bin nun zum Damengambit gewechselt, was mir deutlich solidere Stellungen beschert, auch wenn es meinem Spielstil (oder dem, was ich dafür halten möchte) nicht so sehr entspricht. Das Gleiche gilt für Schwarz - hier komme ich mit meiner Standardvariante gegen Spieler mit etwa 200 DWZ mehr sehr oft massiv in die Defensive, so dass ich dort auf den Sizilianer ausweiche.
Tschechov - 18.10.20    
@MarkD: Ich habe bei mir festgestellt, daß ich die Eröffnung nicht mehr so häufig abhängig vom Gegner wähle wie früher. Mit Weiß ist es eh meistens 1. e4 oder 1. d4 und da hängt die Wahl meist eher von meiner Laune ab als vom Gegner. 1.b4 würde ich gegen einen stärkeren Spieler aber nicht spielen, dazu habe ich mit Orang Utan nicht die nötige Erfahrung. Nun ja, 38 Spiele sind schon was, aber wenn mein Gegner von der Theorie abweicht, bin ich da hilflos. Das Damengambit fange ich gerade wieder an, für mich zu entdecken, ich habe es eine Weile gemieden. Eine vollwertige Alternative ist für mich das Londoner System. Habe ich mit Weiß jetzt sieben mal gespielt, sechs Siege, ein Remis. Zugegeben, sieben Spiele sind noch nicht wirklich viel, aber ich kann mit der Eröffnung definitiv etwas anfangen.
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