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wie werde ich ein/e gute/r schachspieler/in?

herpes - 06.10.04    
ahoi und guten tag.
zuallererst: danke! vielen, vielen dank an chessmail : noch nie habe ich soviel schach regelmaessig spielen koennen! (*blumenstreu*).

+ ich muss sagen: ich liebe schach!
ja ich habe ein fast koerperliches verhaeltniss dazu, dieses kribbeln..diese leidenschaft!
#diese hoehen wenn du einen guten zug gemacht hast , der dich selbst ueberrascht, oder du eine super stellung entwickeln konntest!
#diese tiefen wenn dir erst auffaellt wie dusselig dein letzer zug war..
#diese aesthetik der figuren selbst als symbole! das klare schwarz/weiss, keine zweifel wer der gegnger ist, (nein: nicht gegner! partner!).
es ist wie frau und mann: beide gegensaetzlich verschieden
und dennoch gleich (zugegeben weiss hat diesen kleinen vorteil).
schach ist einfach genial, schoen, erregend, entspannend
und es ist sport!
richtig oder? sport!
und jetzt komme ich auch endlich zum punkt:
wie werde ich ein guter schachspieler?
durch haeufiges spielen? training?
wie trainiere ich am besten?
eroeffnungen auswendig lernen? buecher lesen?
gegen einen schachkomputer spielen?
welche art von kondition benotige ich um gut zu werden?
immer gegen staerkere spielen, was frustriened sein kann oder gegen gleichstarke/schwache?
wie messe ich diese staerke?

gibt es ein talent fuer schach?
ist wer inteligenter ist auch automatisch ein guter spieler?

schach ist doch auch irgendwie ein kunst!
also braucht man doch auch sowas wie kreativitaet?
oder ist er ein reines mathematisches herunterrechnen
von zuegen?

und was zum kukuck ist eigendlich der sinn des lebens? :)


danke, das ich das alles mal fragen durfte
und auch dankbar fuer ernstgemeinete antworten..

in liebe und respekt vor dem individum
euer herpes
(*snief*)
herbi - 06.10.04    
Ja, wie werde ich ein guter Schachspieler. Also schön ist es, wenn man Schach schon im Kindesalter lernen Kann, wie alles Musikinstrument spielen etc. Aber das Glück hat ja nicht jeder.
Ich habe Schach vor 15 Jahren in der Mittagspause im Schwimmbad gelernt. Damals war ich 51. Wir haben damals 4x die Woche gespielt. Nach 5 Jahren wurde meine Mittagspause gekürzt und da war aus dier Maus. Ich habe dann ca. 5 Jahre ausgesetzt, aber losgelassen hat es mich nie.
Dann war bei Lidl mal ein Schachcomputer im Angebot, für 20 €. Da habe ich zugeschlagen und viel geübt. Das Schöne ist, man kann die Züge zurücknehmen. Da habe ich fleißig geübt, so viel, dass er jetzt durcheinander ist und schlechter spielt als ich.
Ja, und dann ging ich vor 2 Jahren in Rente und kaufte mir einen Computer. Und dann fand ich chessmail.
Eröffnungen auswendig lernen nützt nach meiner Erfahrung nicht, denn 1. kommt es anders und 2. als man denkt.
Bücher wälzen nützt auch nichts (siehe oben).
Du schreibst, es ist Sport. Du brauchst also eine gute Form - Tagesform, wie jeder Sportler.
Immer gegen Stärkere spielen macht kein Spaß. Erst wenn du ein paar Mal gewonnen hast, würde ich mich in die höheren Regionen wagen. Vielleicht bist du dann auch mal das blinde Huhn, das ein Korn findet, so wie das blinde Huhn, das aus dem unteren Teil der Liste kommt und auch mal gegen dich gewinnt.
Ich selber halte mich für einen durchschnittlichen Spieler, es geht auf und ab.
So, ich hoffe, ich bin niemand zu nahe getreten.

Gruß

Herbi
Doctor - 06.10.04    
Also 1. Eröffnungen auswendig lernen hhilft nicht, eher stört das dann, denn wenn der gegner dann einen zug macht den du nicht auswendig gelernt hast, sitzt du ganz schön blöd da (sage ich aus erfahrung) du musst den sinn einer eröffnung begreifen, nur dann kannst du sie lernen !

2. Ein guter schachspieler wird man wenn man sich von besseren spielern helfen lässt (z.b. im verein etc)

3. Ein guter Spieler wird man nicht nur wenn man 1000 blitzpartien spielt, sondern nur wenn man 1000 partien spielt in denen man jeden zug durchdenkt.

4. Was ist überhaupt ein guter spieler ? ;)
chessmax - 06.10.04    
Da gibt es sicher viel Literatur. Ich selber habe noch nie ein Schachbuch in den Fingern gehabt. – Doch; im Alter von 6 Jahren. „Einführung ins königliche Spiel“.

Danach folgten unzählige Partien die ich schändlich verloren habe. Mit 10 Jahren begann ich auch mal zu gewinnen. Bald einmal waren Vereine hier und Turniere da. Aber richtig gut wurde mein Spiel nie, denn mir fehlte immer die innere Ruhe, jeden halben Zug tiefgründig zu hinterfragen.

Nichts gegen „schach.de“, da kann man richtig die innere Sau raus lassen. „Chessmail“ ist für mich besser. Aber wieder ertappte ich mich, wie ich Spiele richtig gehortet habe und auch mal ein zweites Konto eröffnete. Ich schaute ganz aufgeregt auf die Liste der laufenden Spiele und drückte wie wild auf die Aktualisierung. Leuchtete ein Gegner grün auf, löschte ich es innerhalb einer Minute aus. - Alles bull shit!

Jetzt bin ich 42, und habe viel zu lange wie ein Kind gespielt!

Je tiefer Du alle möglichen Konsequenzen aus jedem halben Zug bildlich erkennen kannst, desto besser wird Dein Spiel. Und das braucht Zeit. Viel Zeit.

Ich habe diese Zeilen nicht nur geschrieben, um Empfehlungen zu erteilen, sondern um mich selbst an der Nase zu nehmen und meine Erfahrung weiter zu geben.
Andras - 06.10.04    
"Danach folgten unzählige Partien die ich schändlich verloren habe" - ein wirklich schöne Satz.
Ich verstehe nicht, wie man da einfach weiter leben kann !
Bischen Harakiri gefälligst ?
chessmax - 06.10.04    
Als knapp 10-Jähriger habe ich es nur schwer begriffen, warum ich immer nur verliere. Hast Du das begriffen?

Wie lautet eigentlich Deine Antwort auf die gestellte Frage? Oder bleibt Dir dabei die Spucke weg!
Andras - 06.10.04    
Ich habe sehr oft gewonnen, ich verliere jetzt sehr oft.
Allerdings auch mit 6 angefangen. Mein Vater war ein guter Schachspieler. Ich spiele vorzugsweise mit stärkeren Spieler,
sonnst könnte ich leicht mit 2000 Punkten dort oben sitzen.
Ich habe eben andere ideale, als täglich 10x gewinnen. Ich spiele lieber.
herbi - 06.10.04    
Wenn du nur spielen willst, warum hast du mich dann nicht gewinnen lassen?
Andras - 06.10.04    
Herbi Du hast am 25. August und 27. August gewonnen und jetzt war ich drann.
herbi - 06.10.04    
Na gut, so genau hatte ich das nicht mehr in Erinnerung.
hase - 07.10.04    
Punkt 1 finde ich interessant:
"du musst den sinn einer eröffnung begreifen, nur dann kannst du sie lernen ! "

Ich kenne aus meinen alten Vereinstagen ´ne ganze Menge Eröffnungen; aber ob ich das auch immer begreife (oder habe inzwischen vergessen warum ich damit früher erfolgreich war)....
Gibt´s dazu Schachliteratur, die einem den Sinn einer Eröffnung begreifbar macht ? Was bezweckt man mit sizilian. verteid., italienisch, spanisch, Damengambit ?

Oh Gott, Damengambit verlier ich immer....Weil ich woghl zu gierig auf den Bauer bin und Gegner dann Super-Zentrum hat.

Ich ärgere mich maßlos, wenn ich eigentlich schon ein Spiel in der Eröffnungsphase verliere.
Habt ihr da einen Tip für hase ?
Doctor - 07.10.04    
Natürlich gibts da literatur ;) Chessbase bringt häufig CD´s mit eröffnungen und erklärungen raus, leider sind sie alle ziemlich teuer, schau doch mal in einer bibliothek aus deiner nähe nach, vielleicht findest du ja was interesantes ! Denn nicht nur neu ist gut
Primavera - 08.10.04    
geht auch nicht unser andras hat aj ne daten bank inder er jedes spiel mit wertung fest hält deswegen wird das auch 100% die wahrheit sein.nicht andras ;-)
Andras - 08.10.04    
Das geht ganz schnell. Gegner Name am Anfang des Spiels eintippen.
Nach dem Spiel ein x setzen (Rubriken = gewonnen ,unentschieden,verloren) und Datum eintragen. Fertig.
Wenn ich was wissen will - Befehl : Liste auf nach Name="Primavera" und alle bisherigen Spiele mit Primavera stehen da - sortiert nach Datum und alles.
Bei "Andras - Primavera" sieht zu Zeit nicht gut aus.
9 - 0 - 5 für Primavera.
Das muß man natürlich irgendwann ändern, nicht war Prima ?
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