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Lieblingsspieler

Tschechov - 25.03.19   +

Vor längerem habe ich hier mal nachgefragt, wen ihr für die größten Schachspieler aller Zeiten haltet. Nun habe ich eine andere Frage. Gibt es bestimmte Schachspieler, die eure Lieblingsspieler sind? Das ist ja keineswegs die gleiche Frage, denn keineswegs muß der Lieblingsspieler auch zu den erfolgreichsten gehören, etwa zwingend einmal Weltmeister gewesen sein, Und wenn ihr Lieblingsspieler habt: Warum mögt ihr sie am liebsten? Neugierig: Tschechov

Lounge - 25.03.19    

Für mich Aljechin.
Hat unglaubliche Schachgemälde abgeliefert. Menschlich gab es wohl Kritikpunkte, aber das trifft auf Schachspieler häufig zu.

Vabanque - 25.03.19   +

Ich habe hier ja mal (genau genommen schon öfters) die Ansicht vertreten, dass ein Schachspieler ausschließlich nach seinen Leistungen am Brett und nach der Schönheit seiner Partien, aber jedenfalls nicht nach seinen menschlichen Eigenschaften oder seiner politischen Einstellung etc., beurteilt werden sollte. Als Beispiel nannte ich tatsächlich Aljechin. Er war wohl kein sympathischer Charakter, und es wird ihm sogar Kollaboration mit den Nazis vorgeworfen. Aber die Großartigkeit seiner Partien wird für mich dadurch in keinster Weise geschmälert. Ich erinnere mich noch genau, dass ich für diesen Beitrag seinerzeit ein Minuszeichen erhielt. Offenbar waren da einige SF der gegenteiligen Meinung.

Bei den meisten meiner Lieblingsspieler werden derartige Problem allerdings kaum bestehen, da man ihnen menschlich nur schwer etwas Negatives nachsagen kann:

- Michail Chigorin
- Harry Nelson Pillsbury
- Michail Tal
- Paul Keres
- David Bronstein
- Alexej Shirov
- Alexander Morozevich
- Lewon Aronian
- Vassily Ivanchuk
- Judit Polgar

5 klassische und 5 moderne Spieler also, und sogar die Quotenfrau ist dabei, Schachherz, was willst du mehr? ;-)

Aber jetzt im Ernst: alles Spieler, die einen ultra-dynamischen, opferreichen Stil pfleg(t)en, die in Intuition und Rechenvermögen gleichermaßen beeindruckend sind oder waren. Bemerkenswerterweise sind/waren etliche von ihnen auch großartige Endspielkünstler, allerdings nicht von trockenen technischen Endspielen. Pillsbury, Shirov, Bronstein und Aronian hol(t)en aus Stellungen mit reduziertem Material die größtmögliche Dynamik heraus.

Don_Olaf - 25.03.19   +

Anatoli Karpow

Er war Weltmeister als ich selbst mit Wettkampfschach begann.

Hier etwas "Material":

https://www.chess.com/de/article/view/an..

Jellycube - 26.03.19   +

Als Hobbyspieler finde ich Zuckertort als kreativer Spieler von damals interessant.

blaessupp - 26.03.19    

Dank an Don_Olaf für das Material. Durfte 3 Partien gegen Karpov spielen, so als Geste. Zwischen 5 und 12 Zügen Matt.

Vabanque - 26.03.19    

>>Durfte 3 Partien gegen Karpov spielen, <<

Ich bin platt. Wie kam es denn zu diesem Privileg?

Aletea - 26.03.19   +

Sag mal Bernhard (blaessupp) darüber würde ich auch gerne mehr erfahren.
3 x gegen Karpov?. Wie kam es dazu?.

Hasenrat - 26.03.19    

Und wie in 5-12 Zügen matt zu werden?

Vabanque - 26.03.19    

In 5 Zügen matt schafft auch ein Karpov gegen niemanden von uns ...

kimble - 26.03.19    

Da magst Du Recht haben...
Selbst zum Seekadettenmatt bedarf es 7 Züge.

Vabanque - 26.03.19    

Nur Schäfer- und Narrenmatt geht kürzer ... aber auf beides fällt niemand von uns rein.

Don_Olaf - 26.03.19    

Hat dieses Matt eigentlich auch einen Namen?

1. e4 / d5
2. exd5 / Dxd5
3. Ke2 / De4 #

Lounge - 26.03.19    

Irrenmatt

Vabanque - 26.03.19   +

Bei uns im Verein hieß es das 'Filzmatt'.

Denn warum sollte Weiß 3. Ke2 spielen?

Ganz einfach: Nach seinem 2. Zug fragt Schwarz den Weißspieler: 'Hat dein König da unten auch so einen grünen Filz?', worauf Weiß selbstverständlich (?) seinen König in die Hand nimmt und nachschaut. Egal ob nun unter dem weißen König ein grüner Filz gefunden wurde oder nicht, Schwarz weist den Weißen nun darauf hin, dass er seinen König berührt hat und also damit ziehen muss!

Der einzig mögliche Königszug in dieser Stellung ist aber Ke2, und so kommt die von Don Olaf gezeigte 'Partie' zustande ;-)

Hasenrat - 26.03.19    

Ah .... :-D

Des Rätsels Lösung:
https://chessmail.de/~Karpov.

.. mit z. B.:
https://chessmail.de/game/f943340111cb8c13

Don_Olaf - 26.03.19    

Gute Story, wieder was gelernt
:-)

Tschechov - 26.03.19   +

@Vabanque

Das ist wohl die einzige mögliche Erklärung für diesen Zug, es sei denn, die Niederlage wäre verabredet gewesen (Wettmafia auch im Schach!). Aber dann würde man wohl kaum so plump und offensichtlich zu Werke gehen.

Vabanque - 26.03.19    

Aus rein innerschachlichen Gründen wird nach den Zügen 1. e4 d5 2. exd5 Dxd5 ja wohl niemand 3. Ke2 ziehen ;-)

Vabanque - 26.03.19    

>>Don_Olaf - 25.03.19 +

Anatoli Karpow

Er war Weltmeister als ich selbst mit Wettkampfschach begann.

Hier etwas "Material":

https://www.chess.com/de/article/view/an..;<

Das Material ist natürlich super.

Die Partien gegen Timman und gegen Hübner hatte ich ja auch mal in den Kommentierten Spielen gebracht.

Die Partie gegen Sax halte ich auch für eine von Karpovs schönsten.

Die anderen sind mir jetzt nicht so vertraut.

Es gibt noch eine Schwarzpartie von Karpov, wo er einen Turm gegen 4 Bauern (!!) opfert und im Endspiel gewinnt ... was für eine unglaublich gute positionelle Einschätzung von ihm!

blaessupp - 26.03.19    

Er kam mir entgegen an einem Ferienort. Ich erkannte ihn und sagte: nastarowie, dasvidania. Dann gings auf englisch weiter und zu einem Drink und Spiel. So einfach. War selber verbüfft. Sein Kommentar: you are a very good starter of beginner. Good luck, have fun.

Hanniball - 26.03.19    

@ Vabanque

...nicht zu vergessen Karpows Turnier in Barcelona, wo er meines Wissen nach den Schönheitspreis bei einer Partie (?) gewann....und dies am Anfang seiner Karriere.

Jupp53 - 27.03.19    

Als Kind und Jugendlicher habe ich Emanuel Lasker als Mensch, Jose Raoul Capablanca als Spieler und Kurt Richter als Autor verehrt.

Dann wurde ich erwachsen und durch meine Arbeit in der Psychiatrie merkte ich, wie hoch die Lebensleistung vieler Menschen einzuschätzen ist, auf die ich im normalen Alltag mit einer möglichen Berufsalternative gar nicht geachtet hätte. So sind die Vorbilder verblasst. Inzwischen komme ich im Schach ohne aus. Das beschreibt Niedecken auch in einer Liedzeile für sich. Wobei Lieblinge und Vorbilder nicht identisch sein müssen. Aber die Schwärmerei der Kindheit ist (leider?) vorbei.

Inzwischen genieße ich nur noch Partien, Studien und Kommentare wie sie kommen. Gerade lese ich Herman Grooten - Schachstrategie für Vereinsspieler und bin begeistert von seiner Materialauswahl und klaren, anregenden Kommentierung. Voriges Jahr gefiel mir die offene Art, mit der Ivan Sokolov in seiner Schachautobiographie gute und schlechte Züge unter die Lupe nahm.

Vabanque - 27.03.19    

Nun ich denke, Vorbilder sind schon noch mal etwas ganz anderes als 'Lieblingsspieler'. Ich hatte halt diejenigen Spieler genannt, deren Partien - egal welche ich von ihnen anschaue - für mich immer interessant und nie langweilig sind.
Sind sie Vorbilder? Vielleicht schachlich, aber da auch nur in begrenztem Maße (da ich selber niemals so mutig spielen könnte wie diese), aber sonst?
SF Jupp hat schon Recht, Vorbilder hat man hauptsächlich in der Jugend, später kommt man ohne sie aus.
Ich habe tatsächlich keine Vorbilder mehr, egal auf welchem Gebiet.

Mglali - 27.03.19    

Wirklich?
Nicht mal einen kurzen Moment wo Ihr bei diesen oder jenen euch ein Beispiel nehmen koenntet (egal auf welchen Gebiet).
Dauerhafte Vorbilder gibt es aufgrund des Mangels an Erfahrung (jung und ...). Sie muessen schwinden!

Jupp53 - 27.03.19    

Wir lernen sehr viel durch Nachahmung. In dem Sinne haben wir sicher unser Leben lang Vorbilder. Das hat für mich eine andere Bedeutung, als die Vorbilder in Kindheit und Jugend.

Don_Olaf - 27.03.19    

"Lieblingsspieler" hieß es ja. Das können, müssen aber nicht zwingend Vorbilder sein - und auf gar keinen Fall Vorbilder in allen Lebenslagen.

An einem Mannschafts-Spieltag sind bei einem weiten Begriffsverständnis meine sieben Team-Kollegen meine Lieblingsspieler, aber das meinte Tschechov in seiner Ausgangsfrage natürlich nicht.

Hanswurst01 - 27.03.19    

Meine Lieblingsspieler sind Hanniball und Canal Prins.
Obwohl oder weil ich ihnen haushoch unterlegen bin, bekomme ich manchmal eine Übungseinheit beim Live-Schach.
Danke dafür.

Hasenrat - 27.03.19    

Wer auf beide Fragen, nach dem Vorbild- u. dem Lieblingsspieler, sich selbst nennen kann, so wie Carlsen, nicht wahr, der hätte es wohl geschafft ...

Mglali - 27.03.19    

@Hasenrat
Wer das tut ist einfach nur sehr ueberheblich.

Hasenrat - 27.03.19    

... oder ein sehr ausgeglichener Mensch und mit sich im Reinen?
Oder er ist einfach on the top?
Beides?
Ersteres ist das Erstrebenswerte!

Schlafabtausch - 27.03.19    

Vabanque!

Mglali - 27.03.19    

Ich glaube nich das Carlsen das tut.
Wunschdenken von dir?
Wer immer das tut kann mit sich nicht im Reinen sein.
Er will ... (was auch immer)
und zweitens: es gibt frueher oder spaetr immer einen besseren.

Hasenrat - 27.03.19    

Die Wahrheit ist folgender Kern: Carlsen antwortete während einer WM-PK auf die Frage, wer in der Schachgeschichte sein größtes Vorbild sei, er selbst vor 5 (?) Jahren - was ja durchaus ein selbstkritisches Moment hat.

Habe ich ein Vorbild oder einen "Lieblingsprotagonisten" in was auch immer außer mir selbst, heißt das ja der Vergleich steht am Anfang, dann die Unzufriedenheit mit mir selbst, denn ich will dahin kommen, wo der Idealtyp steht, ob faktisch oder imaginiert. Also bin ich in dem Moment unglückliches Bewusstsein und mit mir entzweit - von mir entfremdet, nicht?

Mglali - 27.03.19    

Was hat das Fragezeichen in Klammern fue ne Bedeutung?
Wuerde das nicht heissen das er schlechter geworden ist?

Tschechov - 27.03.19    

@Mglali: Ja, genau das wollte Hasenrat sagen, genauer: daß Carlsen sich selbst so einschätzt, daß er vor fünf Jahren besser spielte.

Mglali - 27.03.19    

gut,
aber dann ist er ja kein Vorbild mehr.
Das Ziel ist ja Vorbilder zu erreichen und DANK ihnen besser zu werden.
Das andere is selbsterkenntnis zu spaet ausgestiegen zu sein, oder?

Tschechov - 27.03.19    

@Mgali: Kann man so sehen. Wobei er ja immer noch die Nummer Eins ist. Das könnte ihm ja genügen. Allerdings ist es vermutlich nicht ganz einfach, sich weiter zu motivieren, wenn man das Gefühl hat, seinen Zenit überschritten zu haben. Am Rande der letzten WM wurde über Schachmüdigkeit des Weltmeisters spekuliert.

Mglali - 27.03.19    

ja, wenn man keine herrausforderungen mehr hat , kann das sehr deprimierend sein.
Aber sein Vorbild war frueher ein anderer. Er sollte diesen nennen um der naechsten Generation den Mut zu geben weiter zu machen.
Er selbst wird dann genannt um sich zu steigern.
Hoechste Ehre wenn man nicht selbst reden muss, ueber sich.

blaessupp - 27.03.19    

Mglali..... das Fragezeichen hinter der 5, war die Unsicherheit: Es hätte vor 4 oder 6 Jahren sein können. So interpretierte ich es.
Vorbilder? Das kann dahin gehen, dass man Spiele eines guten Spielers zum Vornbild nimmt und versucht, diese Variante durchzuspielen? ... Bis man soweit ist, dass man "immer" gewinnt. Ich bin von dieser Variante/Möglichkeit weit entfernt. Es macht aber immer Spass zu "Hirnen" und dann sich zu ärgern, weil man nicht das gezogen hat, was man eigentlich wollte... so aus dem "Aermel" heraus.... impulsiv. Der egnr soll ja auch seine Freude haben!

freak40 - 27.03.19   +

Lieblingsspieler....hm...ohne Begündung bringt das nichts.

Beliebige Reihenfolge
1.)Rubinstein:
sehr starke Strategie schon aus der Eröffnung heraus (hat vielleicht ein Manko, das er mit dynamischen Sachen so seine Probleme hatte.)
Endspiel: von einem anderen Stern...paradoxerweise spielte er diese teilweise sehr dynamisch
2.)Morphy und Anderson....kombinatorisch könnten sie auch heute locker mithalten.
3.) Fischer
Mir fällt da eine wahre (!) Anektode ein....Najdorf wurde mal gefragt betr. Schachstiele der Meister....seine Antwort:
"Du zeigst mir ein Spiel...Aha, sehr schön, logische Züge, wunderschönes Spiel, das muß Capablanca sein. dann zeigst du mir ein anderes Spiel:
Mein Gott, was spielt dieser Bandit da..er opfert links und rechts...und dann kommt ein phantastischer ruhiger Abwartezug...ich erkenne: das ist Tal.
(noch eine gute Charackterisierung von Petrosjan.) Dann aber:
Ich sehe eine Partie und erkenne nicht, wer der Spieler ist
Da ist kein Stiel, es ist perfekt...Perfektion hat keinen Stiel....es ist Fischer."
4.) Aljechin...die Partien waren oft zu kompliziert für mich....habe sie aber genossen.
5.) Reuben Fine....der meist unterschätzte "Supergroßmeister".
Glasklare "frostige" Strategie gepaart mit Endspielkönnen; in seiner besten Zeit wohl der beste Spieler (trotz Keres, Aljechin, Botwinnik).
6. Der jetzige Wm gefällt mir auch sehr....in allen Bereichen überragend.

Kocudo - 28.03.19    

Mein Lieblingsspieler ist Robert Fischer. Er war der konsequenteste. Er ist im Alter vo 64 gestorben.

Bierliebhaber - 28.03.19    

Mein Lieblingsspieler ist mein Kumpel Bert. Gegen den gewinn ich immer. Auch mit 6 Bier. :))))

Jupp53 - 28.03.19   +

@Mglali

Es kann überheblich sein, muss es aber nicht, sich selbst als Vorbild und Lieblingsspieler zu haben. Wer sich realistisch! selbst loben kann, was leider in der deutschen Kultur viel zu wenig geschätzt wird, der kann andere auch realistisch loben, ohne auf irgendwelchen Schleimspuren auszurutschen.

Einmal habe ich ein positionelles Damenopfer gegen Springer und Bauer gebracht. Daran denke ich heute noch mit Freude, 30 Jahre später. Es war korrekt, der einzige Weg eine leicht schlechtere Stellung zu halten. Da war ich für einen Moment mein Lieblingsspieler.

Niemals habe ich mich damit auf ein Niveau mit einem der großen Meister gehoben. Meschugge bin ich vielleicht in anderen Bereichen. Wenn ich von Em. Lasker spreche, dann bedeutet das Wort Lieblingsspieler etwas völlig anderes. Seine Partie gegen Capablanca in St.Petersburg 1914, seine lange Karriere, seine Klarheit im Denken, seine taktische Stärke, das bewundere ich immer noch.

Ebenso Capablanca. Wie einzigartig er in Grundzüge der Schachstrategie seine sämtlichen Niederlagen in großen Turnieren bis dahin kommentierte! Die Frechheit darauf hinzuweisen und auszulassen, das jeder andere deutlich mehr entsprechende Misserfolge vorweisen müsste. Wie ich als 12jähriger darauf reinfiel.

Die Kampfbereitschaft des Steinitz, die glasklaren Partien des Rubinstein, die zähe Konkurrenz von Tarrasch und Nimzowitsch. Das zieht sich hin bis in die Gegenwart.

Lobt die großen Leistungen der Großen und die guten Leistungen der Kleinen im Sinne von Heinrich Heine:

Doctrin

Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
Und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
Das ist der Bücher tiefster Sinn.

Trommle die Leute aus dem Schlaf,
Trommle Reveille mit Jugendkraft,
Marschiere trommelnd immer voran,
Das ist die ganze Wissenschaft.

Das ist die Hegel'sche Philosophie,
Das ist der Bücher tiefster Sinn!
Ich hab' sie begriffen, weil ich gescheidt,
Und weil ich ein guter Tambour bin.

JamesBond007 - 30.03.19    

Hallo ! :-)

Mein Lieblingsspieler ist Dr. Milan VIDMAR (1885 - 1962) und ich besitze sein tolles Buch "Goldene Schachzeiten" - Erinnerungen !

freak40 - 30.03.19    

Wirklich ein schönes Buch!

JamesBond007 - 31.03.19    

@ freak40 :

Jaaaa ! :-)

Vabanque - 31.03.19    

Dann ist es wohl weniger ein Lieblingsspieler, sondern vielmehr ein Lieblingsbuch :) (Ich mag das Buch auch :-) trotzdem würde ich den sympathischen Vidmar jetzt nicht unter meine Lieblingsspieler zählen)

freak40 - 01.04.19    

Prof. Dr. Vidmar....vielleicht der beste Amateur aller Zeiten....seine Forschung im Transformatorenbereich waren bahnbrechend.
Aljechin hat ihn sehr geschätzt...das heißt was: Aljechin hat neben sich kaum einen geschätzt.

Vabanque - 01.04.19    

Vidmar hat gegen Aljechin eine 2:4-Bilanz (Remisen nicht mitgerechnet), er war für ihn also ein ernstzunehmender Gegner, der ihm aber wohl in einem Match kaum hätte gefährlich werden können. Keres hat es gegen Aljechin übrigens nur auf eine 1:5-Bilanz gebracht, während umgekehrt Vidmar gegen Capablanca nie einen Sieg verbuchen konnte (0:3). Generell scheint es gegen Aljechin 'leichter' gewesen zu sein, ab und zu mal zu gewinnen, als gegen Capablanca. Tartakower und Bogoljubow, die doch beide zu den führenden Spielern ihrer Zeit gehörten, konnten gegen Capablanca nie einen einzigen Sieg landen, gegen Aljechin aber durchaus. Dagegen hatte Rudolf Spielmann, der sicher niemals in die Nähe von WM-Stärke kam, gegen Capa eine ausgeglichene 2:2-Bilanz.
Diese Beispiele zeigen einmal mehr, wie fragwürdig der Begriff 'Spielstärke' ist, und dass im Schach nun einmal alles möglich ist.

Es geht hier aber um Lieblingsspieler (die Frage nach dem 'größten' Spieler wurde in einem anderen Thread gestellt), und niemand wird seinen Lieblingsspieler nach der reinen Spielstärke bzw. nach seinen Turniererfolgen auswählen.
Resultate allein mögen durchaus beeindrucken, aber Lieblingsspieler ist jemand, dessen Partien (oder Bücher) einem gefallen.

Schlafabtausch - 01.04.19    

Also eher Lieblingsautor? Da wäre es dann bei mir Keilhack

Schlafabtausch - 01.04.19    

Und Soltis

Mglali - 01.04.19  

@Vabanque
ECHT JETZT?

Kann er nicht selbst entscheiden wer zu seine Lieblingsspielern gehoert?
Erst Denken, dann schreiben, oder bist du der die hier alle provoziert (in SEINEN Forum) ?
Der heimliche Moderator? Sperren kannst du nicht, wie traurig!!!

Vabanque - 01.04.19    

>>Kann er nicht selbst entscheiden wer zu seine Lieblingsspielern gehoert?<<

Aber genau das habe ich doch geschrieben bzw. gemeint ...

Erst lesen, dann aufregen (bzw. dann nicht mehr) ;-)

Mglali - 01.04.19  

Vielleicht gemeint, geschrieben hast du erwas anders ;)

Vabanque - 01.04.19    

Vielleicht hatte ich mich ja nicht klar genug ausgedrückt.

Ich wolllte sagen: Lieblingsspieler sind komplett subjektiv, und unabhängig davon, was ein Spieler wirklich geleistet hat. Das kann ebenso der amtierende WM sein wie der Freund im Verein, mit dem man gern spielt, und von dem man schon vieles gelernt hat, oder auch der Autor eines Buches, das einem gefällt.

Und weil es komplett subjektiv ist, erlaube ich mir auch, den Lieblingsspieler eines anderen Schachfreundes nicht zu meinem Lieblingsspieler zu erwählen, und dies auch zu begründen. Ebenso werden meine Lieblingsspieler bei manchem Schachfreund höchstens Achselzucken oder Unverständnis hervorrufen. Und all das ist legitim.

P.S. Was hat die Rechtschreibprüfung meines Browsers gegen das Wort 'Lieblingsspieler', das bei mir ständig rot unterringelt erscheint?

Vabanque - 01.04.19    

Nein, ich kann auch nach wiederholtem Durchlesen nicht finden, dass ich oben etwas anderes geschrieben habe. Anscheinend aber missverständlich formuliert ...

Mglali - 01.04.19    

:))) keine Ahnung. Vielleicht das doppel s?
Eigentlich braucht man nur richige Anfang und Endbuchstaben um das Wort zu lesen. Ein oder zwei falsche gehn normalerweise unter, im Verstaendnislesen. Das Programm is gnadenlos!
und unwichtig.

Tschechov - 01.04.19    

Als Ersteller dieses threads möchte ich mich selbst zitieren:

>>Gibt es bestimmte Schachspieler, die eure Lieblingsspieler sind? Das ist ja keineswegs die gleiche Frage, denn keineswegs muß der Lieblingsspieler auch zu den erfolgreichsten gehören, etwa zwingend einmal Weltmeister gewesen sein, <<

Hier geht es tatsächlich um eine ganz subjektive Meinung, die nicht durch "Fakten" (also etwa Statistiken, Rekorde usw.) belegt zu sein braucht.

Schlafabtausch - 01.04.19    

Ok, meine 3 Lieblingsspieler: (ohne Reihnfolge bzw. Prio): Andrew Soltis, Harald Keilhack und Igor Smirnov.

Alle drei spielen, ich sag mal, unkonventionell

JamesBond007 - 01.04.19    

… und Harald Keilhack schreibt gut !

"Der Linksspringer 1.Sc3" : SUPER ! :-)

Schlafabtausch - 01.04.19    

Genau, sind alles Autoren, ich kenne deren "Werke" bzw. haben die drei mich am meisten beeinflusst.

Auch von Keilhack, "1..Sc6 aus allen Lagen"

JamesBond007 - 01.04.19    

"1. Sc6 aus allen Lagen" : wollte ich damals bestellen ! War jedoch bereits vergriffen !

Tschechov - 01.04.19    

@JamesBond007:

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Ha..

JamesBond007 - 01.04.19    

@Tschechov :

Recht herzlichen Dank ! :)

Vabanque - 01.04.19    

Aber ein stolzer Preis ...

JamesBond007 - 01.04.19    

… aber wenn man es unbedingt will ! ;-)

Vabanque - 01.04.19   +

Also wenn es um Schachautoren geht, dann möchte ich noch nennen:

- Siegbert Tarrasch:

Nicht nur 'Das Schachspiel', sondern v.a. auch '300 Schachpartien' und 'Die moderne Schachpartie' zeigen seine Erklärungskunst. Kaum ein anderer kann komplizierte Zusammenhänge so klar und einfach erscheinen lassen. Bei der Kommentierung eigener Partien gibt er auch unumwunden zu, was er an der betreffenden Stelle übersehen hat. Man bekommt regelrecht Einblicke in die Denkweise eines starken Spielers.

- Kurt Richter:

So ziemlich die witzigsten und dabei dennoch lehrreichen Kommentare, die ich kenne. Freilich meist nicht von großer Gedankentiefe, aber immer unterhaltsam.

- Neil McDonald:

Hat viele Eröffnungsbücher geschrieben (auch in der berühmten 'Starting out'-Reihe), und allgemeine Bücher wie 'Chess, The Art of Logical Thinking', 'Chess Secrets: The Giants of Strategy' und 'Chess Secrects: The Giants of Power Play', wo er jeweils Partien von Top-Spielern so erklärt, dass auch ein Durchschnittsspieler hinterher den Eindruck hat, die Partie verstanden zu haben. Er legt mehr Wert auf Worterklärungen als auf Varianten. Schachbücher, die man sehr gemütlich genießen kann und dabei trotzdem noch eine ganze Menge lernt.

(Vorsicht: die anderen Bücher der 'Chess Secrets'-Reihe sind nicht von Neil McDonald, sondern von verschiedenen anderen Autoren, und m.E. weniger zu empfehlen, da sie traditionell aufgebaut sind mit vielen Variantenanalysen, durch die man sich nur schwer durchwühlen kann. Freilich kann man sich immer entscheiden, nur die verbalen Erklärungen zu lesen ;-) )

Vabanque - 01.04.19    

>>JamesBond007 - vor 10 Min.

… aber wenn man es unbedingt will ! ;-)<<

Ja, dann nimmt man einiges in Kauf. Keilhack ist ja auch wirklich ein toller Autor, da haben die Schachfreunde schon Recht.
Ich kaufe das Buch halt deswegen nicht, weil ich nicht 1... Sc6 spiele :-)

Don_Olaf - 01.04.19    

Bei den Autoren (neben Karpow):
Jonathan Rowson

Tschechov - 01.04.19    

Bei Jonathan Rowson stimme ich gerne zu. Aber Karpow? Vielleicht habe ich mir ja immer die falschen Bücher von ihm ausgeliehen, ich habe jedenfalls den Eindruck, er gibt seinen Namen für alles her, auch für reine Partiesammlungen mit ein bißchen Blabla drumherum.

Don_Olaf - 01.04.19    

Meine Empfehlung:

Anatoli Karpow:
Wie ich kämpfe und siege,
50 ausgewählte Partien, vom Weltmeister selbst kommentiert,
Schachverlag Rudi Schmaus, Heidelberg, 1978

Vabanque - 01.04.19    

Hoffentlich wirklich von ihm selbst kommentiert und nicht von einem Ghostwriter (allerdings immerhin unter Verwendung von Karpovs Analysen) verfasst, wie leider ziemlich viele Bücher, die angeblich von großen Spielern selbst geschrieben wurden, und es dann doch nicht sind. Das muss allerdings trotzdem nicht bedeuten, dass diese Bücher schlecht wären.

Jonathan Rowsons 'Schach für Zebras' ist eines jener Bücher, die in meinem Bücherregal stehen und noch nie eine Verwendung gefunden haben. Vielleicht habe ich die Lektüre auch zu früh abgebrochen, aber ich konnte absolut keinen Zugang zu den Gedankengängen des Autors finden (kann mich aber auch an wirklich nichts mehr erinnern, was darin stand, ich weiß nur, dass ich es für mich als nicht brauchbar einstufte).

Don_Olaf - 01.04.19    

"Schach für Zebras" ist quasi die Fortsetzung der "7 Todsünden" des Autors. Vielleicht liegt es daran, dass Du keinen Zugang zu dieser Art "Band 2" fandest?

Es geht bei der Zebra-Metapher um eine Öffnung des schachlichen Denkens weg von klassischen Dogmen.

Mehr als PN, hab Dir grad geschrieben.

Tschechov - 01.04.19    

"7 Todsünden..." ist wirklich ein gutes Buch. Wobei ich mir vorstellen kann, daß Vabanque das nicht mehr braucht. Für Spieler meiner Stärke ist es sehr hilfreich.

Hasenrat - 02.04.19    

"Lieblingsspieler":
- früher Rudolf Spielmann (hatte mir Reuben Fine nahegebracht - Spielmann als so eine prekäre Existenz, mit der "Dissonanz" v. Charakter u. Spielweise)
- "aktuell" A. E. Santasiere (auch Autor), apokryph in Lehre u. Praxis, blumiger Schreibstil.

- Autor & Spieler: Bernd Feustel. Skurril.

Aber bin grundsätzlich kein "Fan", immer nur "Sympathisant unter Vorbehalt" / bis auf Weiteres.

Hasenrat - 02.04.19    

Unter den Gegenwärtigen finde ich Richárd Rapport am interessantesten.

Hasenrat - 02.04.19    

Auch wieder des überraschend Unkonventionellen wegen.

Schlafabtausch - 02.04.19    

James Bon, bei uns gabs das in der Stadtbibliothek für Gratis zum ausleihen,,,

Schlafabtausch - 02.04.19    

Allerdings habe ich für Soltis: stonewall Attac knapp 90 Euro ausgegen. Ist halt auch schon antiquarisch.

JamesBond007 - 02.04.19    

@ Schlafabtausch :

Danke für den Hinweis ! :)

Stonewall-Attack : echt stark ! :)

Jupp53 - 02.04.19    

Zu Rowson, Sieben Todsünden und Zebras

Es ist so, dass meistens Schach für Zebras weniger zugänglich ist, während die Sieben Todsünden meistens gelobt werden.

Für mich ist es umgekehrt. Die Todsünden sind, wie im Katholizismus übrigens, eine relativ beliebige Aneinanderreihung von Fehlern, ohne eine klare Systematik im Hintergrund. Von der Sorte gibt es inzwischen mehrere hundert Bücher. Schach für Zebras zeigt die Fortschritte des Autors in seinem Bereich der Forschung über kognitive Prozesse und ist damit wohl für den Normalleser zu schwer geworden. Das ist bedauerlich. Es gibt stärker Hinweise zur eigenen Entwicklung der Denkprozesse im Schach.

Anders formuliert: Die Todsünden sind ein Kochbuch für bekannte Speisen. Die Zebras sind eine Anleitung zum Erkennen der eigenen Geschmacksnerven und überlassen es dem Leser Rezepte zu entwickeln.

Die Partiefragmente und Partien habe ich nur ohne Brett gelesen. Daher gilt die Beurteilung nur für die Prosa.

Schlafabtausch - 03.04.19    

James Bond was ist stark? Der Preis oder das Buch?

JamesBond007 - 03.04.19    

@ Schlafabtausch : … der Stonewall-Angriff ! :-)

Schlafabtausch - 03.04.19    

Den Spiele ich seit 30 Jahren! Aber das geht hier zu weit, hab ich schong enug zu geschrieben, gerne via PN zu dem Thema :-)

Vabanque - 03.04.19    

>>Hasenrat - 02.04.19

"Lieblingsspieler":
- früher Rudolf Spielmann (hatte mir Reuben Fine nahegebracht - Spielmann als so eine prekäre Existenz, mit der "Dissonanz" v. Charakter u. Spielweise)<<

Das kommt aber wohl öfters vor: Keres, Bronstein, Tal, Morozevich, Shirov. Aggressiv nur auf dem Brett. Im Leben zurückhaltend, umgänglich.
Vielleicht war bei Spielmann diese Diskrepanz ja ganz besonders ausgeprägt. Am liebsten saß er ja nur da und trank ein Bier :-)

Vabanque - 03.04.19   +

>>Hasenrat - 02.04.19

Aber bin grundsätzlich kein "Fan", immer nur "Sympathisant unter Vorbehalt" / bis auf Weiteres.<<

Das 'Fan-tum' ist sowieso ein merkwürdiges (und auch etwas anrüchiges) Phänomen. (Nicht umsonst kommt 'Fan' von 'Fanatiker').
Der 'Fan' findet grundsätzlich alles gut, was sein Vorbild tut. Der echte und bedingungslose Fan kleidet sich wie sein Vorbild, spricht wie sein Vorbild etc. :-)
Bin ich Fan von einem Autor, muss ich jedes Buch von ihm haben, bin ich Fan von einem Musiker oder einer Band, muss ich alle seine Platten haben etc.
Bin ich Fan von einem Schachspieler, muss ich alle seine Partien nachgespielt haben (oh weh) und von allen begeistert sein (naja, zumindest von den gewonnenen) ;-)

Wichtig für einen echten Fan ist auch, sein Vorbild unter allen Umständen gegen Kritik zu verteidigen. Wehe man wagt es, einem FC Bayern München-Fan mit Kritik an 'seinem' Verein zu kommen, oder einem Bob Dylan-Fan zu enthüllen, dass dieser doch gar nicht singen kann (und auch nur mäßig Gitarre spielen), und wehe man relativiert die Leistung Bobby Fischers gegenüber einem echten Bobby-Fan, indem man z.B. sagt, Fischer sei doch nur ein Weltmeister von vielen gewesen :-)

'Sympathisant' gefällt mir da schon viel besser, und 'unter Vorbehalt bzw. bis auf Weiteres' kann ich ebenso unterschreiben. Es kommen immer wieder neue Autoren, neue Bands und Künstler, für die ich mich interessiere ... und auch neue Schachspieler ... da gibt es dann eine Phase, wo man sich intensiv mit den Werken von jemandem beschäftigt, und dann flaut die Begeisterung wieder ab und das Objekt der Begeisterung wird durch ein anderes abgelöst, zumindest temporär. Man kann aber immer wieder zu seinem ehemaligen 'Liebling' zurückkehren.

toby84 - 06.04.19    

Ich bin gestern zufällig in einen Schachvortrag von Zigurds Lanka gestolpert, als ich den lokalen Verein meiner neuen Heimat besucht habe.

Kennt jemand seine Vorteäge oder sein Buch/seine Bücher?

Jupp53 - 06.04.19    

Seine regelmäßige Spalte in er Europa-Rochade gefällt mir sehr gut, was die Verständlichkeit angeht. Die hat er dort seit etwa zwei Jahren, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht.