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Rating-Zahlen in der Online-Schachwelt

Don_Olaf - 15.04.20   +

Bei Chessmail schon immer etabliert und zweigeteilt nach "Fernschach" und "Live-Schach". Die meisten von uns haben zwei Wertzahlen bei Chessmail.

Andere Plattformen gehen noch weiter, da wird LIVE z.B. in verschiedene Zeitkategorien wie Blitz und Bullet unterschieden. Zusätzlich gibt es auch Wertzahlen für den Erfolg beim Lösen von Schachaufgaben. Ist das sinnvoll oder überflüssig? Was meinst Ihr?

https://www.berlinerschachverband.de/ent..

Hasenrat - 15.04.20    

Je mehr Kategorien und beliebig einstellbare Modi es gibt, desto willkürlicher erscheinen mir die dann notwendigen Zusammenfassungen, wobei dann immer noch fast ein Dutzend Wertungszahlen zusammenkommen.
Wo z. B. hört bei den kürzeren Bedenkzeitformaten (mit diversen Inkrementeinstellungen) effektiv das Blitzschach auf, wo fängt Schnellschach an?

Hasenrat - 15.04.20    

Ich selbst z. B. habe andernorts eine Blitzwertungszahl, die mehr an meine normale Wertungszahl heran kommt, da ich bevorzugt mit Inkrement spiele, als wenn ich klassisches Blitz ohne Inkrement spielen würde.

shaack - 15.04.20   +

Ja, da hatte ich bezüglich chessmail auch schon überlegt, was sinnvoll ist. Wenn wir im Live-Schach zum Beispiel wieder 90 Minuten Spiele erlauben, dann ist es nicht unbedingt noch sinnvoll diese in die Live-Schach Wertungszahl mit einzuberechnen.

Hasenrat - 15.04.20    

Obwohl es streng genommen Liveschach wäre. Dann müsste es Blitzschachwertungszahl heißen. Oder es müsste eine Blitz-, eine Schnell- und eine "klassische" Liveschach-WZ geben. Dann steht auch cm vor einer Aufblasung der Kategorien - wobei vier noch überschaubar wären.

Don_Olaf - 15.04.20   +

Wir haben bei uns jetzt neben der (echten!) DWZ-Liste noch vier Online-Listen.
https://www.mariendorf-schach.de/online-..
Die von Chessmail ist dabei natürlich die größte ;-)

StillSchweiger - 15.04.20    

Jede (Zeit-)Disziplin hat ihre eigene Wertungszahl. Zu Recht. Es sind ja nur die Grundregeln gleich, der Rest unterscheidet sich in den Rahmenbedingungen. Zeitnot und Stress haben Einfluss auf die Spielstärke. Die WZ sind nicht vergleichbar und drücken nur (d)eine Stärke in der jeweiligen Vergleichsgruppe aus. So kann eine Fernschach-1600 gegen eine 1800 im Fernschach zwar untergehen, im Blitz dagwgen kann es total anders aussehen. In höheren Spielklassen, deutlich oberhalb Hobbyspieler-Niveau, da nähern sich die verschiedenen Werte einander an. Da könnte eine einzelne WZ ausreichen. In unteren Breitengraden sind WZ eh bestenfalls gute Anhaltswerte.

faues - 16.04.20    

Ich finde eine Schachaufgabenwertungszahl sehr interessant. Diese würde ja eher taktische Stärke widerspiegeln.

Hier auf cm würde sowas wahrscheinlich nicht gehen, da die Aufgaben extern sind (?)

Wie würde man soetwas berechnen? Hat die Aufgabe dann eine WZ gegen die die Spieler-WZ dann errechnet wird, so als ob die Aufgabe ein Gegenspieler wäre? Ist die Aufgaben-WZ dann konstant oder wird sie auch korrigiert, wenn sie von einem schwächer eingestuften Spieler gelöst wurde? Weiß das jemand?

Don_Olaf - 16.04.20   +

Zur Frage von "faues: "Wie würde man soetwas berechnen?"

Während es bei Wertzahlen (ELO, DWZ) von Spielenden aller Art für unterschiedliche Spielzeiten ja sehr ähnliche Verfahren auf Grundlage der Wahrscheinlichkeitsrechnung gibt, liegt bei Ratings für Taktikaufgaben ganz sicherlich kein einheitliches Verfahren vor.

Ich habe selbst solche Taktik-Wertzahlen bei Lichess (2210), bei Chess24 (1663) und bei chess.com (2301) und kann hier nur meinen kurzen und natürlich völlig subjektiven Eindruck schildern.

1) Bei Chess24 ist es schwer hohe Wertzahlen zu erreichen. Die Zeit läuft wie ein Fallbeil nebenher und Zuwächse sind oft nur gering.

2) Bei Lichess führen falsch gelöste Aufgaben stets zu hohen Punktabzügen (z.B. -20) während richtig gelöste Lösungen oft nur zu sehr geringen Zuwächsen führen (z.B. +3).

3) Bei chess.com geht es ständig bergauf. Wer regelmäßig Aufgaben löst, dessen Wertzahl steigt und steigt. Hier haben die weltweit fünf besten User Wertzahlen von über 10.000 (in Worten ZEHNTAUSEND!), der beste Akteur hat dort aktuell ein Rating von 16950!

Abschließender Hinweis: Alle drei genannten verwenden bei der Bewertung neben dem Schwierigkeitsgrad auch immer den Faktor Zeit bei der Bewertung.

Dieser kurze Vergleich darf gerne durch Erfahrungen Dritter bestätigt, ergänzt oder relativiert werden.

Don_Olaf - 10.05.20    

Ich hatte ja gehofft, dass es weitere Erfahrungsberichte über diese Art des individuellen Schachtrainings gibt.

Vielleicht im zweiten Anlauf ;-)

Mein Tipp:
Nutzt Online-Taktikaufgaben! Die Breite der Themen ist genial. Neben Matt und Materialgewinn geht das auf dem höheren Level weiter mit Endspieltaktik und sogar Verteidigung. Da gilt es dann z.B. eine Rettung ins Remis zu finden um die Aufgabe zu lösen. Es steht aber trotzdem immer nur da: "Weiß/Schwarz am Zug!"
Das ist z.B. bei chess.com sehr gut gemacht. Auch die Darstellung der Lösungen wenn man falsch liegt.

Bei Lichess sind die Aufgaben aus Partien von Spielern jedes Levels die real auf Lichess gespielt wurden. Keine konstruierten Positionen. Auch ein sehr cooler Ansatz.

Meine These:
Solches Schachtraining lohnt sich sehr. Gehirn-Jogging, das ich nur empfehlen kann. 

Bernardo_05 - 16.05.20    

Sehr interessanter Ansatz, in diesen Zeiten, eine " Schachvereinstaugliche Onlinewertung" zu etablieren!

Onlinetraining ist praktisch & beliebt.

Hasenrat - 16.05.20    

Das Lösen von solchen Aufgaben wird ja auch von GM's empfohlen als unmittelbare Vorbereitung für ein Turnierspiel. Nicht mehr vorbereitete Eröffnungsvarianten rekapitulieren, Repertoire zurechtlegen, sondern den Blick für praktische Möglichkeiten auf dem Brett schärfen. Sich sozusagen wirklich zweckmäßig warmmachen (und nicht rumblitzen). Allerdings sollte der Schwierigkeitsgrad machbar sein, sonst drohen unmittelbar vor dem Spiel noch Frustrationserlebnisse, wie, glaub ich, Kindermann mal anfügte.