shaack, 1/10, 04. Feb '11
Da Partien auf Wikipedia frei kopierbar sind, habe ich mal diese de.wikipedia.org/wiki/Unsterbliche_Partie in ein pgn umgeschrieben. Die unsterbliche Partie fand ich schon als Kind faszinierend.
[Event "London"]
[Site "London"]
[Date "1851.??.??"]
[EventDate "?"]
[Round "?"]
[Result "1-0"]
[White "Adolf Anderssen"]
[Black "Kieseritzky"]
[ECO "C33"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "45"]
1.e4 e5 2.f4 {Das Königsgambit. Zu Anderssens Zeiten eine sehr beliebte Eröffnung. Weiß opfert einen Bauern und erhält dafür als Kompensation eine schnelle Figurenentwicklung. Im Laufe der Zeit wurden sehr viele Möglichkeiten für die schwarze Seite entdeckt, dem Angriff von Weiß erfolgreichen Widerstand zu leisten. Heutzutage spielen nur sehr wenige Großmeister diese Eröffnung. Auf höchstem Niveau wagte Ex-Weltmeister Boris Spasski gelegentlich diesen Zug.} exf4 {Kieseritzky nimmt das Bauernopfer an und stellt damit das Eröffnungskonzept des Weißen auf die Probe. Es gibt auch die Möglichkeit der Ablehnung, z. B. durch 2. ... Lf8-c5.} 3.Bc4 Qh4+ {Das Königsläufergambit erlaubt dieses Damenschach, das den weißen König zu einem Zug zwingt, womit ihm das Recht auf die Rochade verloren geht. Schwarz hat sich diesen Vorteil aber teuer erkauft: seine Dame kommt nun in Nöte und muss eine Reihe von Zügen dafür aufwenden, vom Königsflügel zu verschwinden.} 4.Kf1 b5? {Das Bryan-Gambit, benannt nach dem Amerikaner Thomas Jefferson Bryan, einem Schachspieler aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schwarz opfert seinerseits einen Bauern um zu schneller Entwicklung zu gelangen. Diese Fortsetzung gilt als nicht ausreichend, um die Probleme des Nachziehenden vollständig zu lösen.} 5.Bxb5 Nf6 6.Nf3 {Weiß entwickelt seinen Springer und bedroht gleichzeitig die schwarze Dame, die nun ihrerseits ziehen muss.} Qh6
7.d3 {Robert Hübner empfiehlt in seiner umfassenden Analyse an dieser Stelle 7.Sc3 für Weiß.} Nh5 {Es droht Sg3+.} 8.Nh4 {Bartłomiej Macieja kritisiert diesen Zug und empfiehlt 8. Th1-g1.} Qg5 9.Nf5 c6 {Ein Angriff auf den Läufer. Macieja vermutet, dass Kieseritzky den folgenden Zug von Anderssen übersah und empfiehlt hier 9. ... g6.} 10.g4 Nf6 11.Rg1! {Ein geistreiches Figurenopfer, das Schwarz besser nicht akzeptiert hätte.} cxb5? {Hübner und Macieja gelangen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass die Entwicklung zu vernachlässigen und dieses Opfer anzunehmen falsch war. Beide empfehlen an dieser Stelle 11. ... h5.} 12.h4 {Damit kommt Anderssen seinem Gegner zuvor.} Qg6
13.h5 Qg5 14.Qf3 {Anderssen hat zwei Drohungen aufgestellt: [1] Lxf4, was die schwarze Dame unpässlich erwischen würde (sie hat kein Feld mehr zur Verfügung), [2] e5, was zugleich einen Angriff auf den Springer f6 und den Turm a8 (durch die Dame) bedeutet.} Ng8 {Ein trauriger, aber erzwungener Rückzug.} 15.Bxf4 {Macieja hält dies für ungenau. Seines Erachtens wäre der Sieg nach 15. Sc3!, mit den Drohungen 16. Lxf4, 16. Sd5 oder 16. Sxb5, schneller zu erreichen.} Qf6 16.Nc3 Bc5 {Schwarz entwickelt seinen Läufer mit gleichzeitigem Angriff auf den Turm g1, aber er steht bereits auf verlorenem Posten.} 17.Nd5 {Richard Réti empfiehlt 17. d4! an dieser Stelle und Macieja schließt sich ihm an. Auch 17. Ld6! nebst Sd5 hält der polnische Großmeister für gewonnen.} Qxb2 {Schwarz erbeutet einen Bauern und bedroht den weißen Turm auf a1.} 18.Bd6 {Dieser Zug, der von den meisten Kommentatoren als genial, glänzend und ähnlich betitelt und meist mit zwei Ausrufezeichen geschmückt wird, stößt bei Hübner, Kasparow und Macieja auf Bedenken. Hübner glaubt, es gäbe mindestens drei bessere Züge, die alle zum Sieg führten: 18. d4, 18. Le3 und 18. Te1. Kasparow schließt sich dem deutschen Analytiker an. Macieja setzt nach 18. Ld6 sogar zwei Fragezeichen und analysiert ausführlich den Weg zum Sieg mittels 18. Le3. Der sowjetische Meister Sergei Belawenez wies im Jahre 1938 nach, dass der Zug 18. Te1 ebenfalls zum Sieg führt.} Bxg1 {Bereits 1879 nannte Wilhelm Steinitz 18. ... Dxa1+ als besten Zug für Schwarz mit der Folge 19. Ke2 Db2 20. Kd2 Lxg1.} 19. e5! {Nach diesem "stillen"' Zug ist das Schicksal von Schwarz besiegelt. Anderssen, mit Figur und Turm materiell im Rückstand, gestattet Kieseritzky nun auch noch seinen anderen Turm mit Schach zu schlagen. Aber der weiße Sieg ist nicht zu verhindern.} Qxa1+ 20. Ke2 {Bei Kieseritzky endet die Notation an dieser Stelle. Einige moderne Autoren haben deshalb die Vermutung geäußert, Schwarz habe zu diesem Zeitpunkt die Partie aufgegeben. Kling und Horwitz berichten jedoch, dass die Partie tatsächlich mit 20. ... Sa6 fortgesetzt wurde und Anderssen daraufhin „in drei Zügen mattsetzte“.} Na6 {Michail Tschigorin machte sich die Mühe, die mögliche Verteidigung 20. ... La6 zu untersuchen. Seine Analysen werden von Macieja nach geringen Ergänzungen als korrekt befunden. Auch 20. ... La6 konnte Schwarz nicht retten, war aber noch das Zäheste in dieser Position.} 21.Nxg7+ Kd8 22.Qf6+ {Nachdem Anderssen einen Läufer und zwei Türme geopfert hatte, krönt er sein Feuerwerk jetzt mit einem Damenopfer. Matt ist nicht mehr abzuwenden.} Nxf6
23.Be7# 1-0
[Event "London"]
[Site "London"]
[Date "1851.??.??"]
[EventDate "?"]
[Round "?"]
[Result "1-0"]
[White "Adolf Anderssen"]
[Black "Kieseritzky"]
[ECO "C33"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "45"]
1.e4 e5 2.f4 {Das Königsgambit. Zu Anderssens Zeiten eine sehr beliebte Eröffnung. Weiß opfert einen Bauern und erhält dafür als Kompensation eine schnelle Figurenentwicklung. Im Laufe der Zeit wurden sehr viele Möglichkeiten für die schwarze Seite entdeckt, dem Angriff von Weiß erfolgreichen Widerstand zu leisten. Heutzutage spielen nur sehr wenige Großmeister diese Eröffnung. Auf höchstem Niveau wagte Ex-Weltmeister Boris Spasski gelegentlich diesen Zug.} exf4 {Kieseritzky nimmt das Bauernopfer an und stellt damit das Eröffnungskonzept des Weißen auf die Probe. Es gibt auch die Möglichkeit der Ablehnung, z. B. durch 2. ... Lf8-c5.} 3.Bc4 Qh4+ {Das Königsläufergambit erlaubt dieses Damenschach, das den weißen König zu einem Zug zwingt, womit ihm das Recht auf die Rochade verloren geht. Schwarz hat sich diesen Vorteil aber teuer erkauft: seine Dame kommt nun in Nöte und muss eine Reihe von Zügen dafür aufwenden, vom Königsflügel zu verschwinden.} 4.Kf1 b5? {Das Bryan-Gambit, benannt nach dem Amerikaner Thomas Jefferson Bryan, einem Schachspieler aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schwarz opfert seinerseits einen Bauern um zu schneller Entwicklung zu gelangen. Diese Fortsetzung gilt als nicht ausreichend, um die Probleme des Nachziehenden vollständig zu lösen.} 5.Bxb5 Nf6 6.Nf3 {Weiß entwickelt seinen Springer und bedroht gleichzeitig die schwarze Dame, die nun ihrerseits ziehen muss.} Qh6
7.d3 {Robert Hübner empfiehlt in seiner umfassenden Analyse an dieser Stelle 7.Sc3 für Weiß.} Nh5 {Es droht Sg3+.} 8.Nh4 {Bartłomiej Macieja kritisiert diesen Zug und empfiehlt 8. Th1-g1.} Qg5 9.Nf5 c6 {Ein Angriff auf den Läufer. Macieja vermutet, dass Kieseritzky den folgenden Zug von Anderssen übersah und empfiehlt hier 9. ... g6.} 10.g4 Nf6 11.Rg1! {Ein geistreiches Figurenopfer, das Schwarz besser nicht akzeptiert hätte.} cxb5? {Hübner und Macieja gelangen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass die Entwicklung zu vernachlässigen und dieses Opfer anzunehmen falsch war. Beide empfehlen an dieser Stelle 11. ... h5.} 12.h4 {Damit kommt Anderssen seinem Gegner zuvor.} Qg6
13.h5 Qg5 14.Qf3 {Anderssen hat zwei Drohungen aufgestellt: [1] Lxf4, was die schwarze Dame unpässlich erwischen würde (sie hat kein Feld mehr zur Verfügung), [2] e5, was zugleich einen Angriff auf den Springer f6 und den Turm a8 (durch die Dame) bedeutet.} Ng8 {Ein trauriger, aber erzwungener Rückzug.} 15.Bxf4 {Macieja hält dies für ungenau. Seines Erachtens wäre der Sieg nach 15. Sc3!, mit den Drohungen 16. Lxf4, 16. Sd5 oder 16. Sxb5, schneller zu erreichen.} Qf6 16.Nc3 Bc5 {Schwarz entwickelt seinen Läufer mit gleichzeitigem Angriff auf den Turm g1, aber er steht bereits auf verlorenem Posten.} 17.Nd5 {Richard Réti empfiehlt 17. d4! an dieser Stelle und Macieja schließt sich ihm an. Auch 17. Ld6! nebst Sd5 hält der polnische Großmeister für gewonnen.} Qxb2 {Schwarz erbeutet einen Bauern und bedroht den weißen Turm auf a1.} 18.Bd6 {Dieser Zug, der von den meisten Kommentatoren als genial, glänzend und ähnlich betitelt und meist mit zwei Ausrufezeichen geschmückt wird, stößt bei Hübner, Kasparow und Macieja auf Bedenken. Hübner glaubt, es gäbe mindestens drei bessere Züge, die alle zum Sieg führten: 18. d4, 18. Le3 und 18. Te1. Kasparow schließt sich dem deutschen Analytiker an. Macieja setzt nach 18. Ld6 sogar zwei Fragezeichen und analysiert ausführlich den Weg zum Sieg mittels 18. Le3. Der sowjetische Meister Sergei Belawenez wies im Jahre 1938 nach, dass der Zug 18. Te1 ebenfalls zum Sieg führt.} Bxg1 {Bereits 1879 nannte Wilhelm Steinitz 18. ... Dxa1+ als besten Zug für Schwarz mit der Folge 19. Ke2 Db2 20. Kd2 Lxg1.} 19. e5! {Nach diesem "stillen"' Zug ist das Schicksal von Schwarz besiegelt. Anderssen, mit Figur und Turm materiell im Rückstand, gestattet Kieseritzky nun auch noch seinen anderen Turm mit Schach zu schlagen. Aber der weiße Sieg ist nicht zu verhindern.} Qxa1+ 20. Ke2 {Bei Kieseritzky endet die Notation an dieser Stelle. Einige moderne Autoren haben deshalb die Vermutung geäußert, Schwarz habe zu diesem Zeitpunkt die Partie aufgegeben. Kling und Horwitz berichten jedoch, dass die Partie tatsächlich mit 20. ... Sa6 fortgesetzt wurde und Anderssen daraufhin „in drei Zügen mattsetzte“.} Na6 {Michail Tschigorin machte sich die Mühe, die mögliche Verteidigung 20. ... La6 zu untersuchen. Seine Analysen werden von Macieja nach geringen Ergänzungen als korrekt befunden. Auch 20. ... La6 konnte Schwarz nicht retten, war aber noch das Zäheste in dieser Position.} 21.Nxg7+ Kd8 22.Qf6+ {Nachdem Anderssen einen Läufer und zwei Türme geopfert hatte, krönt er sein Feuerwerk jetzt mit einem Damenopfer. Matt ist nicht mehr abzuwenden.} Nxf6
23.Be7# 1-0