>>Was an (m)einem Schachstil kann den Gegner veranlassen zu glauben, er habe es nicht mit einem Menschen, sondern mit einer Maschine zu tun?<<
Eine Engine spielt vollkommen leidenschaftslos, verliert in scheinbar schwierigen Stellungen nie die Nerven, verteidigt vollkommen 'cool'. Eine Engine wird rücksichtslos Material schlagen, obwohl der eigene König offen dasteht, oder sich auf andere, für einen Menschen kaum zu bewältigende Risiken einlassen, weil sie ja durchrechnen kann, dass nichts passiert, während selbst ein noch so starker menschlicher Spieler dazu nicht in der Lage ist.
Eine Engine wird aber auch in geschlossenen Stellungen mit ihren Figuren sinnlose Hin- und Herzüge machen, wird die Türme auf geschlossene Linien stellen und die Läufer auf geschlossene Diagonalen ziehen, sprich: Züge machen, die einem menschlichen Spieler normalerweise nicht einfallen würden, weil sie den bekannten Prinzipien widersprechen.
Trotz dieser oft unsinnigen (oder im anderen Fall scheinbar halsbrecherischen) Züge wird die Engine am Ende gewinnen. Partien, die von Engines gespielt wurden, wirken meist nicht sehr ästhetisch.
Übrigens hat man auch schon in der Vor-Engine-Zeit einigen Spielern einen 'maschinellen' Stil attestiert, z.B. Capablanca und Karpov. In der Tat wirkt deren Stil zunächst sehr unterkühlt und leidenschaftslos, und dabei zugleich gnadenlos. Analysiert man deren Partien aber mit einer Engine, so sieht man natürlich, dass sie doch 'menschlich' gespielt haben, dass auch Capa und Karpov Gelegenheiten übersehen haben, dass sie dem Gegner Gelegenheiten gegeben haben (die dieser bloß nicht genutzt hat) und dass auch ihre scheinbar mysteriösesten Züge einem tiefsinnigen Plan entspringen, der sich manchmal erst viele Züge später enthüllt. Gegen eine tatsächliche Maschine hätten Capa und Karpov natürlich verloren, so wie auch alle heutigen Top-Spieler gegen Engines verlieren.