shaack, 1/1, 24. Sep '26
Im Live-Chat kam folgende Frage auf: Der Gegner läuft in der Blitzpartie über die Zeit, man hat selbst noch Sekunden auf der Uhr, und trotzdem zeigt chessmail Remis an statt Sieg. Das wirkt im ersten Moment nach einem Fehler, ist aber genau so richtig und steht seit Jahrzehnten in den Schachregeln.
Die Regel
Maßgeblich ist Artikel 6.9 der FIDE-Regeln. Sinngemäß steht dort, dass eine Partie verloren ist, wenn die eigene Bedenkzeit abläuft. Es gibt aber eine Ausnahme. Wenn der Gegner mit dem Material, das er noch auf dem Brett hat, den gegnerischen König durch keine mögliche Zugfolge mattsetzen könnte, endet die Partie remis.
Der Gedanke dahinter ist einfach. Ein Sieg am Brett setzt voraus, dass man theoretisch mattsetzen kann. Wer nur noch den nackten König hat, könnte auch bei unbegrenzter Bedenkzeit niemals gewinnen. Also darf er auch nicht dadurch gewinnen, dass beim Gegner das Fähnchen fällt. Das Ergebnis ist ein halber Punkt für beide.
Ein Beispiel aus einer echten Partie
Diese Stellung stammt aus einer 2-Minuten-Partie von heute Vormittag. Weiß hat gerade zur Dame umgewandelt und steht auf Gewinn, Schwarz hat nur noch den König. Weiß ist am Zug und läuft in dieser Stellung über die Zeit.
Schwarz hatte noch Zeit auf der Uhr und hätte auch noch ziehen können. Mattsetzen kann er mit einem blanken König aber nie, deshalb wird die Partie als Remis gewertet und nicht als Sieg für Schwarz. Ohne diese Regel hätte Schwarz die Partie regulär verloren, so bekommt er einen halben Punkt und in diesem Fall sogar ein paar Wertungspunkte dazu.
Was chessmail als "kann nicht mattsetzen" wertet
chessmail prüft beim Zeitablauf, was die Gegenseite noch auf dem Brett hat. Als nicht mattsetzungsfähig gelten diese Konstellationen:
In all diesen Fällen gibt es bei Zeitüberschreitung des Gegners ein Remis. In jedem anderen Fall, also schon mit einem einzigen Bauern mehr, gibt es den vollen Punkt.
Was die Regel nicht bedeutet
Ein häufiges Missverständnis ist, dass die Partie sofort remis wäre, sobald jemand nur noch den König hat. Das stimmt nicht. Die Partie läuft ganz normal weiter, und die Seite mit dem blanken König kann mattgesetzt werden oder über die Zeit verlieren. Die Regel greift ausschließlich in dem einen Moment, in dem beim Gegner die Zeit abläuft.
Davon zu unterscheiden ist der Fall, dass beide Seiten kein Mattmaterial mehr haben, etwa König gegen König oder König und Läufer gegen König. Dann ist die Partie sofort remis, unabhängig von der Uhr, weil niemand mehr gewinnen kann.
Nachtrag für Regelfüchse
Die FIDE-Formulierung ist streng genommen etwas schärfer als unsere Prüfung. Sie fragt, ob es überhaupt irgendeine Zugfolge zum Matt gäbe, auch eine, bei der der Gegner freiwillig mithilft. Bei König und Springer gegen König mit Bauern wäre so ein Hilfsmatt theoretisch konstruierbar, und ein Schiedsrichter am Brett würde dort auf Sieg entscheiden. chessmail wertet solche sehr seltenen Stellungen als Remis. Für den weitaus häufigsten Fall, den blanken König, ist beides identisch.
Die Regel
Maßgeblich ist Artikel 6.9 der FIDE-Regeln. Sinngemäß steht dort, dass eine Partie verloren ist, wenn die eigene Bedenkzeit abläuft. Es gibt aber eine Ausnahme. Wenn der Gegner mit dem Material, das er noch auf dem Brett hat, den gegnerischen König durch keine mögliche Zugfolge mattsetzen könnte, endet die Partie remis.
Der Gedanke dahinter ist einfach. Ein Sieg am Brett setzt voraus, dass man theoretisch mattsetzen kann. Wer nur noch den nackten König hat, könnte auch bei unbegrenzter Bedenkzeit niemals gewinnen. Also darf er auch nicht dadurch gewinnen, dass beim Gegner das Fähnchen fällt. Das Ergebnis ist ein halber Punkt für beide.
Ein Beispiel aus einer echten Partie
Diese Stellung stammt aus einer 2-Minuten-Partie von heute Vormittag. Weiß hat gerade zur Dame umgewandelt und steht auf Gewinn, Schwarz hat nur noch den König. Weiß ist am Zug und läuft in dieser Stellung über die Zeit.
8/7K/8/3k4/6Q1/8/8/8 w - - 5 77
Schwarz hatte noch Zeit auf der Uhr und hätte auch noch ziehen können. Mattsetzen kann er mit einem blanken König aber nie, deshalb wird die Partie als Remis gewertet und nicht als Sieg für Schwarz. Ohne diese Regel hätte Schwarz die Partie regulär verloren, so bekommt er einen halben Punkt und in diesem Fall sogar ein paar Wertungspunkte dazu.
Was chessmail als "kann nicht mattsetzen" wertet
chessmail prüft beim Zeitablauf, was die Gegenseite noch auf dem Brett hat. Als nicht mattsetzungsfähig gelten diese Konstellationen:
- nur der König
- König und ein Läufer
- König und ein Springer
- König und mehrere Läufer, die alle auf Feldern derselben Farbe stehen
In all diesen Fällen gibt es bei Zeitüberschreitung des Gegners ein Remis. In jedem anderen Fall, also schon mit einem einzigen Bauern mehr, gibt es den vollen Punkt.
Was die Regel nicht bedeutet
Ein häufiges Missverständnis ist, dass die Partie sofort remis wäre, sobald jemand nur noch den König hat. Das stimmt nicht. Die Partie läuft ganz normal weiter, und die Seite mit dem blanken König kann mattgesetzt werden oder über die Zeit verlieren. Die Regel greift ausschließlich in dem einen Moment, in dem beim Gegner die Zeit abläuft.
Davon zu unterscheiden ist der Fall, dass beide Seiten kein Mattmaterial mehr haben, etwa König gegen König oder König und Läufer gegen König. Dann ist die Partie sofort remis, unabhängig von der Uhr, weil niemand mehr gewinnen kann.
Nachtrag für Regelfüchse
Die FIDE-Formulierung ist streng genommen etwas schärfer als unsere Prüfung. Sie fragt, ob es überhaupt irgendeine Zugfolge zum Matt gäbe, auch eine, bei der der Gegner freiwillig mithilft. Bei König und Springer gegen König mit Bauern wäre so ein Hilfsmatt theoretisch konstruierbar, und ein Schiedsrichter am Brett würde dort auf Sieg entscheiden. chessmail wertet solche sehr seltenen Stellungen als Remis. Für den weitaus häufigsten Fall, den blanken König, ist beides identisch.