Heutiges Spitzenschach ist durch die ganzen Cheating-Affären und Cheating-Vorwürfe (ob nun berechtigt oder nicht) ziemlich angeschlagen.
Wie schön waren doch die Zeiten der Weltmeister bis einschließlich Kasparov, deren geniale Züge mit absoluter Sicherheit allein ihren Köpfen (na gut, manchmal auch den Köpfen ihrer Sekundanten, aber jedenfalls rein menschlichen Gehirnen🧠🧠) entsprangen! Beim Nachspielen alter oder jedenfalls älterer Partien kann man sich sicher sein, dass die Züge von den Spielern selbst gefunden wurden. Heute ist das oftmals nicht mehr der Fall, was sehr schade ist. Kramnik befindet sich sozusagen an der Schnittstelle; er ist noch in der Zeit groß geworden, wo Schachzüge allein von Menschen gefunden wurden und Computer noch kaum eine Rolle spielten, aber bereits ab seinem Match mit Topalov ging es um Cheating-Vermutungen (ich glaube, man nannte es auch die Toiletten🚽affäre?). Vielleicht ist es von daher kein Wunder, dass Kramnik in dieser Angelegenheit über-sensibilisiert reagiert.
Ob Naroditsky gecheatet hat oder nicht, wird sich wohl niemals mehr klären lassen (noch weniger als im Fall Niemann, wo ja auch alle Untersuchungen im Sande verliefen). Ob sein tragischer früher Tod überhaupt mit Kramniks Cheating-Vorwürfen in irgendeinem Zusammenhang steht, konnte ja bisher anscheinend ebenfalls noch nicht geklärt werden.
Daher sollte man wohl besser nichts verbreiten, was sich nicht als objektive Tatsache feststellen lässt.