Fachkompetenz ist zwar meist mit Interesse an dem jeweiligen Fachgebiet verbunden, zwingend ist dies aber nicht, auch nicht umgekehrt.
Als Nachhilfelehrer in Mathe und Physik muss ich oft auch Studierenden oder SchülerInnen von Schulen spezieller fachlicher Ausrichtung auf mathematischen oder physikalischen Gebieten helfen, für die ich absolut kein Interesse aufbringe (z.B. Zahlentheorie, Graphentheorie in der Mathematik, Technische Mechanik in der Physik, oder Physik für Mediziner). Trotzdem - obwohl meinerseits das Interesse fehlt oder ich diese Gebiete teils sogar hasse (z.B. gehört Technische Mechanik mit seinen Kräfte- und Drehmoment-Gleichgewichten bei gefühlt 100 angreifenden Kräften zum Grässlichsten, was ich überhaupt kenne🤢 ... oder auch der Flaschenzug) - habe ich bisher immer genügend Fachkompetenz aufgebracht, um den Leuten in Schule oder Studium soweit helfen zu können, dass sie ihre Prüfungen geschafft haben.
Umgekehrt habe ich - und viele andere Leute ja auch - großes Interesse für Fachgebiete, auf denen ich überhaupt keine Fachkompetenz besitze, weil ich sie nicht studiert habe (bei mir ist das u.a. Kunst, Literatur, Musik).
Es kann also sowohl Fachkompetenz bei fehlendem Interesse bestehen, wie auch Interesse bei fehlender Fachkompetenz.