Habe ich vor ein oder zwei Jahren mal gelesen, und wollte damals auch eine Rezension schreiben und hier veröffentlichen, nur wurde daraus leider nichts. Mir kam der (fiktive!) Protagonist stark autistisch vor. Neben der gängigen Interpretation, die Wikipedia liefert, nämlich dass Curt von Bardeleben Vorbild für Lushin gewesen sein soll (was eigentlich nur durch die Tatsache, dass sich Bardeleben aus dem Fenster gestürzt hat, gestützt wird), habe ich auch schon die Deutung gelesen, dass Aljechin hier für die Figur des Lushin Pate gestanden hat. Mir erscheint Letzteres eigentlich logischer, nicht nur deswegen, weil Aljechin Russe war, sondern auch aus schachlicher Sicht, weil Aljechin ja tatsächlich die Aljechin-Verteidigung erfunden hat, während auf Bardeleben keine Eröffnung zurückgeht.
Insgesamt jedenfalls keine erhebende Lektüre, eher eine deprimierende, und sicher keine Werbung für das Schachspiel, denn es wird ja suggeriert, dass Schach die Menschen letztlich zerstört. (Obwohl der Protagonist ja offenbar schon von Anfang an psychisch krank war.)