Hallo Schachfreund_innen,
dannn rechne ich eben doch mal:
Also Mensch kann beim aktuellen Wertungssystem maximal 20 Punkte pro Partie gewinnen.
Und zwar immer dann, wenn er eine partie gegen jemanden gewinnt, der mindestens 400 Wertungspunkte über ihm steht.
Um auf diese Weise diese 400 Punkte Differenz aufzuholen, muss er 20 Partien gegen einen solchen Gegner gewinnen.
Ich spiele natürlich nicht auf einem Niveau, dass mir eine eigene Einschätzung der Spitze hier auf CM, in meinem Heimatverein oder gar in der Welt erlaubt, aber ich bin mir dennoch sicher, dass 20 Siege in Folge gegenüber jemandem bedeuten, dass ich deutlich stärker spiele, als dieser Jemand.
Dann denken wir uns jetzt mal jemanden aus:
- X wird gemäß der geltenden Regelung mit einer Wertung von 2000 hier eingestuft.
- Weil er ein Bisschen was vor hat, beginnt er erst einmal 25 Partien, mit Leuten, die mindestens 2400 Punkte haben.
- Diese 25 Partien gewinnt er am Stück.
Danach hat er 2500 Punkte, was aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt ist, weil wer 25 2400er hintereinander schlägt, ohne dazwischen eine partie zu verlieren, der spielt vermutlich stärker, als 2400 erwarten ließe.
Jetzt stehen hier allerdings 3000 Punkte und mehr im Raum. Bleiben wir mahl bei den eingeführten Zahlen.
Um von 2000 auf 3000 zu kommen, braucht er also 50 Siege am Stück gegen 2400er.
Diese Schach-Freund_in ist also nicht nur ein Bisschen besser als ein 2400er, sondern um Längen besser. Ob es unbedingt 3000 sind entzieht sich meiner Beurteilung.
Aber was passiert denn jetzt?
Fall a:
X verlässt CM wieder. Wir als gesamtheit der CMler_innen haben sich als zu schwach für X erwiesen. Klar! Das mag die Spitzen-Spieler_innen hier ein Bisschen am Ego kratzen, mir kann das egal sein, weil ich werde dort oben im Leben nicht hinkommen. Und unser Spitzenfeld wird sich auch wieder erholen, schließlich verschwindet X mitsamt seinen 3000 Punkten ja nach ein paar Monaten wieder aus der Sichtbaren Wertung.
Fall B:
X bleibt hier, obwohl sie wirklich so stark ist, wie die ersten 50 Partien vermuten lassen. Nagut, dann vernascht sie regelmäßig unser bisheriges Spitzenfeld bei Turnieren zum Frühstück, so wie es mir regelmäßig auch bei Turnieren geht *Schulter zuck*. Vielleicht lockt sie auf diese Weise weitere starke Spieler_Innen auf CM, das wäre gut für uns Alle ;-)
Fall c:
X ist in Wahrheit überhaupt nicht so stark, sondern nur durch Ausnutzung unseres nur zu 99,99999% perfekten Wertungssystem dort hingeraten. Dann wird er in weiterer Folge reichlich Partien verlieren und reichlich Punkte und Federn lassen.
Da ist also jemand, der erst aus dem Nichts auf 3000 schießt und danach nur noch Partien verliert. Ich denke nicht, dass wir uns vor so jemandem absichern müssen. Das geht dann schon langsam in den Bereich, wo jemand eine Engine benutz, ohne das zuzugeben.
Klar, mir mit meinen geringen Schachkenntnissen ist das egal, hier gibt es hinreichend Leute, die mich mit oder ohne Hilfsmitteln vom Brett putzen, als wäre ich ein blutiger Anfänger. Und es ist schon klar, dass das Leuten, die sich hier zurecht zur Spitze zählen nicht so leicht fällt; Aber als Menschen / Schachfreunde sind wir hier doch alle irgendwie gleich und warum wir ein bewährtes System umstellen sollen, weil in einem Sonderfall einer Spezialkonstellation am Rande des Gültigkeitsbereiches mal eine vorübergehende Unannehmlichkeit für ein paar Wenige entsteht, mag mir nicht recht einleuchten.
Im Übrigen liegen hier noch immer keine Fakten auf dem Tisch, die eine Änderung rechtfertigen. Und das ist schließlich der Vorteil des Status Quo: Er braucht keine Rechtfertigung.
Es wären also mindestens mal folgende Fragen zu klären:
- Um wehn geht es im Beispiel?
- Was weißt darauf hin, dass er diese Taktik bewusst angewandt hat?
- Was deutet darauf hin, dass seine Spielstärke in Wahrheit nicht der so erreichten Wertungszahl entspricht?
- Was spricht dafür, dass die vorhandenen Selbstheilungskräfte des aktuellen wertungssystems nicht ausreichend sind, um das abzufedrn?
Das erste und das letzte fragt tatsächlich nach Fakten und diese wären auch nennbar.
Bei den mittleren beiden Fragen wäre ich auch mit vernünftigen Indizien zufrieden.
Aber bloße Sofisterei wird wohl in keinem Falle nicht reichen.
Per Aspera
Teddy